Alte Apfelsorten am Seeberg

Seebergen  Pflanzaktion am Seeberg. Gemeinde und „Lebensgut“ setzen sich mit Paten für Erhalt der Streuobstwiesen ein

Rolf Gedig pflanzt mit seinen Enkeln Ben und Felix einen Boskop-Baum.

Rolf Gedig pflanzt mit seinen Enkeln Ben und Felix einen Boskop-Baum.

Foto: Wieland Fischer

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Rolf Gedig ist mit seinen Enkeln Ben und Felix auf den Seeberg gezogen. Ben soll sein Bäumchen bekommen. Das von Felix steht schon oberhalb des Seeberger Kindergartens. Die Pflanzaktion an der Streuobstwiese am Reformationstag bietet eine gute Gelegenheit, für Ben einen Boskop zu pflanzen. Die Sorte kennt Rolf Gedig noch aus eigenen Kindertagen.

Etwa 30 Bäume hat das „Lebensgut“ aus Cobstädt für die Anpflanzung auf der Streuobstwiese ausgewählt. Prinzenapfel, Gravensteiner, Schafsnase – Sorten, die das 2004 gegründete sozialökologische Gemeinschaftsprojekt in Cobstädt heranzieht. Seit Jahren machen Thomas Penndorf und seine Mitstreiter am Reformationstag auf Erhalt alter Obstbaumsorten aufmerksam – getreu dem Luther-Wort: „Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“ Etwa 1000 Sorten seien auf dieses Weise in der Region so angesiedelt worden; Penndorf: „Wir wollen damit das Bewusstsein, auf das Hier und Jetzt lenken.“

Die Gemeinde Drei Gleichen und Seeberger folgen dem gerne. „Wir wollen die Streuobstwiese entlang des Seebergs erhalten“, sagt Ortsteilbürgermeister Hartwig Gieße (CDU). Es gebe dort noch Sorten, die selbst ein Pomologe (Obstbaukundler) gar nicht mehr bestimmen könne, so alt seien diese.

Zum Frühjahrsputz rücken die Seeberg-Wiesen regelmäßig in den Fokus. Dieses Jahr seien die Flächen mit Technik beräumt worden. Die Agrargenossenschaft Schwabhausen hält mit Schafhut Gras und Hecken kurz. „Jährlich setzen wir im Schnitt etwa 25.000 Euro für Erhalt der Streuobstwiesen ein“, sagt Drei-Gleichen-Bürgermeister Jens Leffler (CDU). Er möchte dieses Engagement auch auf die anderen Ortsteile ausweiten.

Dirk Körting, der für seinen Enkel Valentin einen Baum pflanzen will, würde das gerne auch in Pferdingsleben fortsetzen. Die Flächen dort seien kahl. „Früher gab es dort auch einmal Streuobstwiesen.“

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