Auf Gotha wartet ein Güldener Herbst

Gotha.  Das 22. Festival für Alte Musik in Thüringen macht mit neuem Konzept im Oktober 2020 Station in der Residenzstadt.

Das Eröffnungskonzert des Festivals Güldener Herbst wird die Akademie für Alte Musik aus Berlin in der Augustinerkirche in Gotha spielen.

Das Eröffnungskonzert des Festivals Güldener Herbst wird die Akademie für Alte Musik aus Berlin in der Augustinerkirche in Gotha spielen.

Foto: Uwe Arens

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Nach über zwanzig Jahren richtet das Festival Alter Musik in Thüringen, der Güldene Herbst, seine Konzeption neu aus und wird sich ab 2020 auf jeweils einen Residenzort in Thüringen konzentrieren. Das kündigte Helen Geyer, die Festival-Leiterin, auf einer Pressekonferenz in Gotha an. Denn die Stadt Gotha werde den Reigen der neuen Veranstaltungsweise eröffnen. „Gotha ist es wert, dass wir hier beginnen, und die Stadt hat uns für unsere Idee auch gleich die Tür geöffnet“, sagt Helen Geyer.

Unter dem Motto „Musik.Liaison” wird Gotha deshalb vom 2. bis 4. Oktober 2020 für ein ganzes Wochenende zur Bühne des Festivals, vom Schloss Friedenstein mit dem barocken Ekhof-Theater über die Augustiner- bis hin zur Margarethenkirche. Das musikalische Programm soll durch Führungen im Schloss Friedenstein und einen Stadtspaziergang durch Gotha ergänzt werden. Es wird aber auch ein Nachtkonzert im Landschaftshaus geben. Der Oud-Spieler Mohammed Al-Faham entführt in die historische und traditionelle Klangwelt Syriens, während Texte aus der Gothaer Sammlung an orientalischen Handschriften vorgetragen werden. Auch ein Festgottesdienst in der Margarethenkirche und eine Matinee zu „Voltaire in Gotha“ im Kunstforum gehören zu den Angeboten.

„Wir wollen zudem mit dem Publikum ins Gespräch kommen. Deshalb bieten wir nach dem Eröffnungskonzert im Kreuzgang und dem Restaurant im Augustinerkloster an, dass die Musiker des Ensembles für Alte Musik Berlin mit Gästen ihres Konzertes plaudern“, blickt Helen Geyer voraus. Und zum Abschlusskonzert werde es einen Einführungsvortrag geben.

Auch Wandersleben, bisher schon Spielort während des Festivals Güldener Herbst, werde 2020 erneut einbezogen. Dort findet am 3. Oktober ein Familienkonzert unter dem Motto „Mit Instrument und Saitenspiel vertreibt man Sorg’ und Unmut’s viel“ in der Sankt-Petri-Kirche und der Menantes-Literaturgedenkstätte statt. Erst spielt die Erfurter Camerata mitteldeutsche Musik des 17. Jahrhunderts – anschließend wird im Garten der Menantes-Gedenkstätte zu Kaffee und Kuchen eingeladen. „On tour“, wie es die Veranstalter nennen, ist der Güldene Herbst auch am 2. Oktober mit einem Orgelkonzert in der Cruciskirche Bischleben. Und bereits am 1. Oktober wird in der Herderkirche Weimar das Kantatenschaffen Georg Anton Bendas vorgestellt, „da unser Verein ja in Weimar seinen Sitz hat“, erklärt Helen Geyer.

Zum Anliegen des Festivals Güldener Herbst gehört es, unbekannte Musik auszugraben. „Da schlummern in Thüringen noch viele Schätze“, ist die Festival-Chefin überzeugt, „und denen wollen wir Gehör verschaffen.“ Das geschehe mit historischer Aufführungspraxis auch auf Instrumenten der jeweiligen Zeit. Helen Geyer: „Angesichts unserer Programm-Ankündigung haben sich schon Interessenten gemeldet, die wegen dieser interessanten Konzerte extra nach Gotha kommen wollen.“

Wer viel hören will, kann bereits jetzt günstig Tickets erwerben. So gibt es einen Wochenendpass vom 3. bis zum 4. Oktober 2020 derzeit für 45 Euro (ab dem 1. Februar für 50 Euro) sowie einen Festivalpass vom 2. bis zum 4. Oktober 2020 für 65 Euro (ab dem 1. Februar 2020 für 72 Euro).

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