Baustelle Gothaer Hauptmarkt: Halbzeit-Schluck und leuchtender Kandelaber

Gotha.  Die Gothaer feiern die ersten Hälfte der Generalsanierung des Hauptmarktes. Die Philharmonie eröffnet ihr Büro im Herzen der Stadt.

Halbzeit-Schluck auf dem unteren Hauptmarkt Gotha. Darauf stoßen Chefplaner Heiko Donath (links) und Christian Weber (Oberbauleiter) an.

Halbzeit-Schluck auf dem unteren Hauptmarkt Gotha. Darauf stoßen Chefplaner Heiko Donath (links) und Christian Weber (Oberbauleiter) an.

Foto: Wieland Fischer

Auf dem unteren Hauptmarkt stoßen Heiko Donath, Christian Weber und Ralf Wenzel mit einem „Halbzeit-Schluck“ an. So hat der Gothaer Gewerbeverein ein Bier getauft. Vorsitzender Andreas Dötsch und Juliane Pürstinger verteilen es bereitwillig an Besucher und Passanten. Hunderte feiern am Freitag zur Mittagsstunde mit Planern, Bauleuten und Mitarbeitern der Stadtverwaltung Halbzeit auf der Großbaustelle Hauptmarkt.

Rund neun Millionen Euro werden insgesamt in der Gothaer „Urstadt“, so Oberbürgermeister Knut Kreuch (SPD), investiert. Im 11. Jahrhundert hatten dort Thüringens Landgrafen einen Platz zum Handel und Wandel anlegen lassen. Vor einem Jahr hatten die Bauarbeiten zur Generalsanierung „mit großem Spaten begonnen, seitdem ist heut‘ eine Halbzeit verronnen“, reimt Kreuch auf der frisch gepflasterten Fläche vorm Rathaus.

Das Bläser-Quartett der Thüringen-Philharmonie Gotha-Eisenach spielt dazu auf. Auch für die Philharmoniker gibt es einen Grund zum Feiern. Das Orchester-Büro ist in die ehemaligen Räume der Tourist-Information, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Rathaus eingerichtet. „Wir sind jetzt im Herzen der Stadt angekommen“, sagt Intendantin Michaela Barchevitch. Wenige Schritte entfernt ist auch neu der „Blumenkavalier“ eingezogen.

Arbeiten liegen im Zeitplan

„Wir können jetzt Halbzeit feiern“, sagt Chefplaner Heiko Donath sichtlich erleichtert. Die Arbeiten liegen im Zeitplan. Bis zum 15. November 2021 soll der gesamte Hauptmarkt von der Marktstraße bis zur Cranach-Straße denkmalgerecht saniert sein. Zu Anfang der Corona-Pandemie habe er deswegen noch schlecht schlafen können, ob alles ohne große Behinderungen und Verzug bewerkstelligt werden könne, räumt er ein.

Im Schnitt arbeiten täglich 20 bis 30 Bauleute auf dem Hauptmarkt, sagt Oberbauleiter Christian Weber. Der Leinakanal ist saniert, an der Ostseite sind alle Leitungen verlegt, Vorkehrungen für spätere Pflanzungen getroffen. Zurzeit werde am historischen Fischkeller gearbeitet. Ein zweiter Zugang wurde entdeckt, nennt Ralf Wenzel, Niederlassungsleiter des Generalauftragnehmers Eurovia, Eckpunkte der abgeschlossenen und laufenden Arbeiten. Zwar sehe der obere Teil des Hauptmarktes momentan noch schlimm aus, doch das werde sich in den kommenden Monaten zunehmend ändern, verspricht Wenzel.

Für den Hauptmarkt entwickelte Leuchten

Der gepflasterte untere Teil des Hauptmarktes vermittle einen Eindruck, wie die insgesamt rund 10.000 Quadratmeter große Fläche in einem Jahr aussehen werde. Jeder einzelne der 70.000 Pflastersteine sei mit der Hand bearbeitet worden.

Zur Rede des Oberbürgermeisters geht die neue Beleuchtung des wiedererrichteten, stählernen Kandelabers erstmals an, von LED-Lampen illuminiert. „Wahre Wunder“ habe Lichtplaner Torsten Müller zur Bestrahlung des Platzes vollbracht, stellt Donath fest. Die vorherige Installation und Technologe sei veraltet und korrodiert gewesen. Müller sei es gelungen, den für den Hauptmarkt entwickelten Leuchten den Effekt der ursprünglichen Lampen zu geben. Ein Trick: Um die Fassaden anstrahlen zu können, werde auf jede Leuchte eine kleine Lampe zusätzlich installiert. Sie werden aber nach 23 Uhr abgeschaltet, erklärt Müller.