Baustellen beeinträchtigen Buslinien im Landkreis Gotha

Gotha  Neue Leitstelle in der Schlegelstraße nimmt den Betrieb auf. Viele Beschwerden aufgrund von Verspätungen

Jana und Max Glaser und Florian Klehm in der neuen Leitstelle der Verkehrsgemeinschaft Landkreis Gotha

Jana und Max Glaser und Florian Klehm in der neuen Leitstelle der Verkehrsgemeinschaft Landkreis Gotha

Foto: Peter Riecke

Umbrüche im öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) wie Betreiberwechsel verlaufen nicht immer problemlos, wie Berichte aus dem Wartburgkreis und dem Ilm-Kreis (unsere Zeitung am 8.Juni und am 12., 13., und 19. Juli) zeigen. Im Landkreis Gotha verlief die Umstellung ab. 1. Juli eher geräuschlos, meint Jana Glaser, die Geschäftsführerin der Verkehrgemeinschaft Landkreis Gotha (VLG).

Die VLG ist eine Zusammenschluss der Busunternehmen Wollschläger, Büchner, Gessert und Lorenz, der die Ausschreibung für den Bus-ÖPNV des Landkreises für die nächsten zehn Jahre gewonnen hat und jetzt die sichtbar an den Bussen angebrachte „Marke“ ist, unter der hier gefahren wird.

Einschränkung an wichtiger Kreuzung

Womit die VLG und damit auch die beauftragende Nahverkehrsgesellschaft des Landkreises Gotha (NVG) zu kämpfen haben, sind Beschwerden über verspätete Busse.

Das Baugeschehen auf den Straßen der Kreisstadt und im Landkreis hält die Busfahrer in Atem. Da sind zum Einen die Baustellen in der Kreisstadt. Aktuell sind das die Stielerstraße direkt am wichtigen Verkehrsknotenpunkt Europakreuzung (wir berichteten am 20. und 28. Juni) und die Harjesstraße sowie kleinere Baustellen. Zum Anderen kommen Umwege und damit längere Fahrzeiten auch schon durch die Sperrungen im Landkreis und in dessen unmittelbarer Nachbarschaft zustande. Die Homepage der Nahverkehrsgesellschaft weist solche für Wutha-Farnroda, für die Strecke Friedrichroda - Heuberg, die Bahnhofstraße in Ohrdruf und die Verbindung von Wahlwinkel — Waltershausen aus.

Der erfahrenen Busunternehmerin Jana Glaser fällt auf, die Baustellen seien früher oft als einseitige Sperrungen mit Ampel gestaltet gewesen. Heutzutage seien es oft Vollsperrungen. Durch die Umwege kommen die Busse oft schon knapp in Gotha an. Dort stoßen sie auf ein erhöhtes Verkehrsaufkommen auch durch Ausweich-Verkehr. Im Bereich Reyherstraße/ Mozartstraße beispielsweise kommt es mitunter zu Wartezeiten über zehn Minuten.

In der Schlegelstraße im Gewerbehof Klinge ist die neue Leitstelle der VLG in Betrieb. Dort kann für jeden Bus die Fahrplan-Einhaltung verfolgt werden. Rot steht für Verspätung. Zwar überwiegt Grün bei weitem, aber die Problemlage wird sichtbar. Die Busfahrer nehmen Verspätungen nicht gleichgültig hin, betonen Glaser und NVG-Chef Uwe Szpöt. Kleine Missverständnisse verstärken offenbar das Problem. So verweist die Stadtverwaltung Gotha auf einen Ortstermin, bei dem mit NVG und VLG das Bauen umfänglich erörtert wurde.

Ein Ergebnis einer solchen Absprache sei gewesen, die Busse könnten durch die eigens wegen der Sperrung der Stielerstraße wieder geöffnete Schöne Allee fahren, erinnert sich Glaser. Später stellte sich heraus, dass die Straße auf 7,5 Tonnen begrenzt ist. Busse sind schwerer. Weil die Schöne Allee nun doch nicht genutzt werden kann, hat die VLG nur die Wahl, entweder die Haltestelle Reyherstraße oder die Friedrich-Perthes-Straße nicht zu bedienen. Abbiege-Verbote und weiter Umwege sind der Grund, was nicht jeder versteht.

Allerdings kommen aus der Stadtverwaltung gute Nachrichten. Der Knotenbereich Mozartstraße-Bebelstraße-Stielerstraße mit Schulbeginn für den Verkehr freigegeben wird. Busse können dann wieder die Haltestellen Neubauerstraße und Mozartstraße anfahren. Das sollte Situation entspannen.

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