Brüheimer bringen Gotteshaus auf Vordermann

Brüheim  Die St.-Viti-Kirche in Brüheim erstrahlt nach dreijähriger Sanierung wieder in neuem Glanz. Die Sanierung soll im Kircheninnern in diesem Jahr weitergehen.

Dietrich Reiche, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates in Brüheim, an der historischen Kirchentür.

Dietrich Reiche, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates in Brüheim, an der historischen Kirchentür.

Foto: Conny Möller

In neuem Glanz präsentiert sich die St.-Viti-Kirche in der Nessetal-Gemeinde Brüheim. Die letzten Gerüste sind gefallen und das Gotteshaus zeigt sich mit neuer Fassade, Kirchenfenster und Turmuhr. Für Dietrich Reiche, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates, geht mit dem Abschluss der dreijährigen Sanierungsarbeiten auch ein großer Traum in Erfüllung, nämlich seine Kirche für die Nachwelt zu erhalten.

Die St.-Viti-Kirche in Brüheim wurde im Jahre 1726 zunächst als sogenannte Chorturmkirche auf einem kleinen Hügel errichtet. Bereits 92 Jahre später erhielt sie das heutige Kirchenschiff dazu. Zwar wurden zu DDR-Zeiten hin und wieder kleine Reparaturarbeiten durchgeführt, doch mit der eigentlich umfangreichen Sanierung der Außenfassaden wurde erst 2017 begonnen.

Gutachten über den Bauzustand

Bereits in den Jahren 2011 und 2012 ließ die Brüheimer Kirchgemeinde Gutachten über den Bauzustand des Gotteshauses erstellen. „Wir hatten uns entschlossen, die Kirche zu erhalten und waren uns bewusst, dass das mit großen finanziellen Aufwand verbunden ist“, so Dietrich Reiche.

Die Gesamtkosten beliefen sich auf 453.392,94 Euro. Viel Geld für die Brüheimer Kirchgemeinde, die 200 Kirchgänger in dem 500 Einwohner zählenden Ort aufweist. Doch der Gemeindekirchenrat fand Unterstützung in der Brüheimer Gemeinde, die für die Gutachten 3000 Euro zur Verfügung stellte. 9000 Euro konnte der Kirchenkreis aus dem Baulastfond begleichen.

2017 wurde der erste Bauabschnitt in Angriff genommen, der die Sanierung der Nordseite des Kirchenschiffes nebst der Giebelwand zum Kirchturm vorsah. In den Gutachten sei festgestellt worden, dass die maroden Balken im Dachstuhl des Kirchenschiffes zuerst ausgewechselt und die Ostgiebelwand am Turm verankert werden mussten, erklärt Reiche.

Spenden von Unternehmen und Privatleuten

Um das ganze Vorhaben finanziell absichern zu können, wurde nach potentiellen Fördermittelgebern gesucht. Gefunden wurden sie bei der Landeskirche, dem Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, der Sparkassenstiftung Gotha, Hoffmannstiftung Hamburg, Thüringer Staatskanzlei und bei der Vereinigten Kirchen- und Klosterkammer. Aber auch einheimische Unternehmen wie Biber Betonbau GmbH und Velux unterstützten die Brüheimer mit großzügigen Spenden.

Zahlreiche Aufrufe unter den Brüheimern brachte ebenso Erfolg, 43 Einzelspender weist die lange Liste auf, die der Gemeindekirchenratsvorsitzender nun erstmal zu den Akten legen kann. Stolz ist Dietrich Reiche auf das Engagement seines Kirchenkreises und der Brüheimer Bürger.

Jedes Jahr wurde ein weiterer Bauabschnitt an dem Gotteshaus durchgeführt. So konnten im Laufe der Zeit auch die Kirchenfenster wieder instandgesetzt werden und die Tür zum Kirchturm wurde nach historischem Vorbild wieder aufgearbeitet und nicht wie bei vielen Gotteshäusern durch neue Türen ersetzt. Während der Bauarbeiten konnte der Innenraum der Kirche für Gottesdienste und andere Veranstaltungen weiter genutzt werden. Für den Schutz der Hesse-Orgel aus dem Jahre 1821 hat sich der Brüheimer Gemeindekirchenrat etwas Besonderes einfallen lassen. Ein riesengroßes Stück Vlies schützte das Kircheninstrument vor Staub und Dreck, der durch die Innenarbeiten entstanden war.

Holzvertäfelung der Kirchenemporen untersuchen

„Bei Veranstaltungen haben wir die Einhausung abgenommen, um die Orgel spielen zu können“, sagt Dietrich Reiche. Den Schutz werden die Brüheimer noch brauchen, denn nach der Außensanierung soll es im Kircheninnern weiter gehen. Das ist das große Ziel in den nächsten Jahren, bestätigt der Gemeindekirchenratsvorsitzende. In diesem Jahr soll zunächst ein Gutachten über den geplanten Innenausbau erstellt werden.

Nach Aussage des Vorsitzenden soll zunächst die Holzvertäfelung der Kirchenemporen untersucht werden. Reiche vermutet, dass die gegenwärtige einfache und schlichte Farbgebung vermutlich übermalt wurde. „Leider gibt es dazu keine aussagekräftigen Bilder“, so Reiche. Aus diesem Grund wird sich eine Erfurter Restauratorin mit der Farbfassung beschäftigen und diese untersuchen.

Die gegenwärtigen Steinwände sollen verputzt werden und auch der Kirchenboden erhält eine Auffrischung. Für alle diese Arbeiten will der Brüheimer Kirchenkreis auch wieder Fördermittel beantragen.