Crawinkel: Radegunde in der Thüringeti

Crawinkel  Im Sommer 2020 soll in Crawinkel die Uraufführung des Musicals „Radegunde“ gefeiert werden. In Kürze laufen die Proben an

Für einen Flyer entstanden erste Fotos, die endgültigen Kostüme entstehen aber erst noch (linkes Bild). Spektakel gibt es in der Thürengeti öfter – so gibt es dort regelmäßig Kavallerievorführungen (oben rechts). Heinz Bley (unten rechts) freut sich schon auf die Musicalpremiere.

Für einen Flyer entstanden erste Fotos, die endgültigen Kostüme entstehen aber erst noch (linkes Bild). Spektakel gibt es in der Thürengeti öfter – so gibt es dort regelmäßig Kavallerievorführungen (oben rechts). Heinz Bley (unten rechts) freut sich schon auf die Musicalpremiere.

Foto: Plachter Company (1), Lutz Ebhardt (2)

„Hier. Die werden alle im Publikum brauchen.“ Lachend zückt Bernd Plachter ein Päckchen Taschentücher. Der Aufdruck „Radegunde“ ist nicht zu übersehen.

In Arnstadt und Holzhausen ist die Plachter Company, zu der unter anderem auch Bernds Frau Andrea gehört, nicht unbekannt. Etliche Musicals und Theaterstücke führten die Akteure schon auf. Und auch aus dem Bratwursttheater sind sie nicht wegzudenken. Auf der Bühne zu stehen, macht beiden Plachters Spaß. Und sie sind offen für neue, mitunter auch verrückte Ideen.

Es ist schon geraume Zeit her, dass die Plachters von Günter Röser, dem mittlerweile verstorbenen Mitglied des Vereins für Stadtgeschichte Arnstadt, angesprochen wurden. Er machte sie auf eine spannende Frau in der Thüringer Geschichte aufmerksam: Radegunde. 531 wurde die Thüringer Königstochter vom fränkischen König Chlothar nach einer Schlacht entführt. Sie verliert ihre Freiheit, ihre Heimat und ihre Kindheit – doch ihren Willen bricht Chlothar, der sie zur Ehe zwingt, nicht. Sie flieht, nachdem Chlothar ihren Bruder tötet, und gründet ein Frauenkloster.

„Obwohl sie eine so bedeutende Frau war, wissen die Thüringer recht wenig über sie“, weiß Bernd Plachter. Interessiert las er Simone Knodels historischen Roman über Radegunde.

Schnell reifte in ihm die Idee, das Leben der Adeligen auf die Bühne zu bringen. Ursprünglich sollte die Neideckruine die Kulisse bieten. Doch diese ist schlichtweg zu klein für das Projekt. Mehr Entfaltungsmöglichkeiten bietet da die neue Reithalle in der Thürengeti. Nicht nur Chef Heinz Bley, auch seine pferdevernarrte Tochter Wiebke waren sofort Feuer und Flamme, als Plachters ihre Idee vorstellten. Sie holten zudem den Tourismusverband Thüringer Wald / Gothaer Land als Partner mit ins Boot.

„Momentan sind wir auf Sponsorensuche“ so Andrea Plachter. Parallel dazu laufen die Vorbereitungen. Bernd Plachter komponiert bereits. Sängerinnen und Sänger aus Gossel, Crawinkel und Wölfis werden einen Projektchor bilden. Tanzvereine sind mit im Boot. Und viele Tiere aus der Thüringeti. „Wenn schon, dann mit ganz großem Zoo“, sagt Bernd Plachter lachend. Auch wenn er zugibt, dass er so gut wie keine Reiterfahrung hat und Pferde mit einem Stockmaß von 1,80 Meter „auf mich wirken wie Giraffen“.

Er und seine Frau werden im Musical auch in kleineren Rollen zu erleben sein. Die Hauptrollen aber werden von professionellen Musical-Darstellern besetzt. Schon in wenigen Wochen sollen die Rollen vergeben werden.

„Wir freuen uns schon riesig auf die Premiere“, sagen die Plachters. Sie könnten sich gut vorstellen, dass das Musical in den nächsten Jahren eine Fortsetzung findet. Denn Radegundes Leben war ereignisreich und erfüllt – es lässt sich in vielen Facetten erzählen.

Bis jedoch erstmals Radegundes Geschichte in der Thüringeti-Halle aufgeführt wird, ist noch jede Menge zu tun. Die Akteure müssen für ihre Rollen büffeln. Kulissen und Kostüme entstehen. Und es wird mit Tieren geprobt. Um die Dressur der Pferde kümmert sich Wiebke Bley. Mit Sicherheit werden in der Halle aber auch Kühe, Ziegen, Hühner und anderes mehr zu erleben sein. „Wenn wir schon in der Thüringeti sind, wollen wir auch zeigen, was es hier so alles gibt“, sagt Bernd Plachter.

Und die Taschentücher? „Radegundes Geschichte beinhaltet auch tieftraurige Szenen. Dafür braucht man Thürengeti-Tränentrockentupftücher“, verrät der Musical-Autor gut gelaunt. Jeder Zuschauer bekomme ein Päckchen.

Aufmerksamkeit erregen diese Präsente auf jeden Fall. Das ergab bereits der Pressetest. Denn das Übersenden von Taschentüchern und Leckereien, die auf Radegunde hinwiesen, führten sofort zum Erfolg: In Windeseile war ein Termin ausgemacht, um mitzuteilen: In der Thüringeti geht es bald wieder rund. Diesmal nicht sportlich, sondern musikalisch. Und das wird sicher ein Erlebnis, denn dafür ist die Plachter-Company seit langem bekannt.

Das Musical „Radegunde“ wird am 3., 4., 10., 11., 17. und 18. Juli jeweils ab 20 Uhr in der Thüringeti-Halle in Crawinkel gezeigt. Am 5., 12. und 19. Juli gibt es einen Familientag, der bereits um 14 Uhr beginnt.Tickets gibt es im Internet im Ticketshop Thüringen.