Den Schnitt von Obstbäumen und Sträuchern in Bad Tabarz geübt

Bad Tabarz.  Der Gartenstammtisch in Bad Tabarz trifft sich zum Jahresauftakt bei Familie Reske mit einem Experten.

Beim Gartenstammtisch in Bad Tabarz ging es am Dienstag um Baum- und Strauchschnitt, den Horst-Dieter Wüstefeld, Gärtnermeister im Ruhestand, im Garten von Familie Reske in der Praxis vor fast 20 Interessierten vorführte.

Beim Gartenstammtisch in Bad Tabarz ging es am Dienstag um Baum- und Strauchschnitt, den Horst-Dieter Wüstefeld, Gärtnermeister im Ruhestand, im Garten von Familie Reske in der Praxis vor fast 20 Interessierten vorführte.

Foto: Claudia Klinger

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Christine und Hartmut Reske haben einen großen Garten gleich hinterm Haus. Darin wachsen auch viele Sträucher und Bäume, Obstgehölze zumeist. Und deshalb haben sie ihren Garten als Anschauungsobjekt zur Verfügung gestellt. Denn beim ersten Gartenstammtisch des neuen Jahres in Bad Tabarz ging es am Dienstagnachmittag um das Thema Baum- und Strauchschnitt.

Horst-Dieter Wüstefeld ziert sich nicht lange. Nachdem er kurz einiges zur Theorie des Schnittes und über die richtigen Werkzeuge erzählt hat, greift er zunächst zur kleinen Schere und schneidet tote Äste aus einer Quitte. Er sagt, welche Beerensträucher wie gekürzt werden müssen. Bei den Stachelbeeren brauchen zum Beispiel nur die obersten Spitzen der Triebe zu weichen, um so dem Mehltau vorzubeugen.

Es treffen sich Menschen, denen ihr grünes Reich am Herzen liegt

Wüstefeld, der aus Bayern stammt, lebt seit 2004 in Bad Tabarz. Durch Verwandtschaft seiner Frau kannte er den Kurort aus vielen Aufenthalten. Der Gärtnermeister im Ruhestand beteiligt sich gern an dem im vergangenen Jahr ins Leben gerufenen Gartenstammtisch. Dabei treffen sich Monat für Monat Menschen, denen das eigene kleine grüne Reich am Herzen liegt und die sich austauschen, um gegenseitig voneinander zu lernen, und die sich mit speziellen Themen beschäftigen und sich dazu Expertenrat holen.

„Das Interesse am Baum- und Strauchschnitt ist groß, weil sich viele unsicher sind, wo und wie sie ihre Pflanzen schneiden sollen“, weiß Angelika Illner. „Es ist gut, dass wir das hier gezeigt bekommen und auch selbst gleich probieren können.“ Denn Werkzeuge haben die Teilnehmer mitgebracht.

Und so werden an einem alten Apfelbaum gemeinsam die vielen Wasserschosse entfernt. Dabei handelt es sich um aufrecht nach oben ragende Triebe, die aus dem Inneren der Baumkrone wachsen. Heinz-Dieter Wüstefeld nimmt den Gartenfreunden die Angst, dass sie zu viel wegschneiden könnten: „Mein Lehrmeister hat immer gesagt, dass man einen Hut durch die Zweige werfen können muss.

„Während im Januar und Februar an frostfreien Tagen der richtige Zeitpunkt ist, um altes Holz bei Bäumen und Sträuchern zu beseitigen, dürfen Rosen erst dann geschnitten werden, wenn die Forsythien blühen“, lautet eine andere Regel. Der Gärtnermeister gibt am Dienstag trotzdem schon mal Tipps für den richtigen Rosenschnitt, genau wie für den Sommerflieder. Dieser Strauch soll etwa stark gekürzt werden, fast bis zum Boden, aber auch erst nach der frostigen Zeit.

Der Hausherr setzt selbst die Säge an

Karl-Heinz Wüstefeld arbeitet an Brombeer- und Johannisbeersträuchern weiter, und Christine Reske staunt, wie viel Grünschnitt der Schere zum Opfer fällt. Ihr Mann wird dann richtig gefordert, denn die Reihe mit dem Spalierobst ist nach Meinung des Gärtnermeisters viel zu hoch gewachsen. Unter seiner Anleitung setzt der Hausherr selbst die Säge an und kürzt die Bäume gewaltig.

Dabei schaut ihm auch Robert Liebig aus Leina zu. Er hatte in unserer Zeitung vom Gartenstammtisch gelesen und ist am Dienstag das erste Mal dazu gekommen. „Ich habe schon Bücher zum Thema Baum- und Strauchschnitt gelesen, aber das ist die Theorie. Mir hilft es sehr, dass ich das jetzt in der Praxis sehe und erfahre, dass ich keine Angst haben muss, zu viel zurück zu schneiden“, sagt er. Er könne sich vorstellen, künftig öfter mal zum Gartenstammtisch zu kommen.

„Wahrscheinlich werden wir in einem anderen Garten im Februar noch mal das Schnitt-Thema aufgreifen“, sagt Angelika Illner, eine der Initiatoren. Im März soll es dann voraussichtlich um Mischkulturen beim Gemüseanbau gehen. „Außerdem wollen wir uns dieses Jahr mit Insekten wie Wildbienen und Hummeln beschäftigen, da habe ich auch Kontakt zu einem Experten, der bei uns einen Vortrag halten kann.“

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