Der letzte Bauabschnitt zeichnet sich für Gothaer Friedrichstraße ab

Gotha  Von April 2020 bis Sommer 2021 soll der grundhafte Ausbau erfolgen. Bundesgartenschau in Erfurt setzt zeitlichen Rahmen.

Die Friedrichstraße ist bis zum Abzweig Justus-Perthes-Straße erneuert worden. Im kommenden Jahr soll sich der dritte Bauabschnitt anschließen.

Die Friedrichstraße ist bis zum Abzweig Justus-Perthes-Straße erneuert worden. Im kommenden Jahr soll sich der dritte Bauabschnitt anschließen.

Foto: Peter Riecke

Die Stadt Gotha will in der Friedrichstraße den dritten und letzten Bauabschnitt angehen. Es wird zwar noch eine Baufirma gesucht, die das Vorhaben umsetzt, doch Termin und Bauablauf stehen schon fest. Von April 2020 bis Sommer 2021 soll der Abschnitt zwischen Justus-Perthes-Straße und der Marstall-Kreuzung von Grund auf erneuert werden.

Bis zum geplanten Baubeginn werde noch eine Baufirma gefunden und gebunden, ist Denis Steger, der Leiter des Tiefbauamtes der Stadtverwaltung, überzeugt. Mit Planern und Vertretern von Versorgungsbetrieben und Waldbahn hat er das städtische Großprojekt am Dienstagabend während einer Bürgerversammlung im Rathaus vorgestellt.

Vergangenes Jahr war der zweite Bauabschnitt zwischen Ekhofplatz und Abzweig Justus-Perthes-Straße von Grund auf erneuert worden. Gleiches soll ab dem kommenden Frühjahr im letzten Teilstück geschehen. Dort müssen Fernwärmeleitungen und Abwasserkanal verlegt sowie die alten Straßenbahngleise durch neue Schienen ersetzt werden. Außerdem komme ein Bündel von Leitungen in das Erdreich, unter anderem auch für Breitband. Wegen der hohen Leitungsdichte gebe es viele Abhängigkeiten und einen strengen Zeitrahmen, wann was wo verlegt werden soll, erklärt Christian Kahle vom Gothaer Planungsbüro ITS.

Kaum Ausweichflächen für Parkplätze

Außerdem setzt die Bundesgartenschau 2021 in Erfurt eine weitere Frist. Denn die Orangerie in Gotha ist dafür als ein Außenstandort auserkoren. Wenn die Bundesgartenschau im April 2021 ihre Pforten öffnet, Besucher aus allen Himmelsrichtungen erwartet werden, soll das Vorzeigeobjekt in Gotha gut zugänglich und der Abschnitt bis zur Orangerie hergerichtet sein.

Ähnlich wie jetzt werde ein kombinierter Geh-/Radweg gebaut. Ferner ist geplant, dass sämtliche Straßenlaternen und Masten für die Oberleitungen der Wald- und Straßenbahn erneuert werden. Masten, die bislang auf privatem Grund stehen, sollen in den öffentlichen Bereich rücken. Ein Bündel von Kabeln komme in die Erde. Das lasse oberirdisch wenig Gestaltungsspielraum. Deshalb könnten auf der Westseite der Straße keine Bäume gepflanzt werden.

Mancher im voll besetzten Bürgersaal des Rathauses hätte sich einen Boulevard gewünscht, sprich Bäume zu beiden Seiten der Straße.

„Ich hatte gehofft, dass das wie in der Mozartstraße in der Friedrichstraße fortgesetzt wird“, sagt Peter Westermayer. Er frage sich, warum das in einer der breitesten Straßen Gothas nicht möglich sei.

Das sei ihm ebenso gegangen, räumt der für Bau zuständige Bürgermeister Ulf Zillmann (CDU) ein, seit Anfang Oktober ist er im Amt ist. Doch er habe sich überzeugen lassen müssen, dass sich das nicht umsetzen lasse. Durch Wald- und Straßenbahn gehe Bauraum verloren, erklärt Dietmar Schröter vom Planungsbüro. „Darunter kann keine Leitung verlegt werden.“ Es gebe immer wieder neue Stränge, die ins Erdreich müssten, unter anderem für diverse Internet-Anbieter. Zwei Gasleitungen sind vorgesehen. Eine davon müsse im Fahrbahnbereich verlegt werden.

Anrainer der Friedrichstraße beanstanden, dass während der Bauarbeiten nicht immer die Zufahrt gewährt werde, Parkplätze etwa fürs Schulamt, Fachschule, Heim oder Mietshäuser nicht genutzt werden können, es dann kaum Ausweichstellflächen gebe. „Wir müssen die Fahrzeuge dann in der Botanik abstellen“, beklagt Manfred Groß. „Anwohner zahlen Miete für ihren Parkplatz“, betont ein anderer.

Die Stadt sei sich dieser Pro­blematik bewusst, erwidert Amtsleiter Steger. Eine vollständige Kompensation für zeitweilig wegfallende Stellflächen werde es aber nicht geben, stellt er klar. Ferner sei absehbar, dass in der Helenenstraße, derzeit Einbahnstraße, zeitweilig nicht beidseitig geparkt werden könne. Die Anlieferung für den Bäcker in der Friedrichstraße werde gesichert, notfalls in Absprache mit den Baufirmen.

Jürgen Becker befürchtet ein Verkehrschaos ähnlich wie während der beiden ersten Bauabschnitte. Um das zu vermeiden, soll der Verkehr über die sogenannte Tallage, sprich Mühlgrabenweg und Enckestraße, umgeleitet werden und die Bahnhofstraße in beide Richtungen befahrbar sein.

Zu den Kommentaren