Ehepaar Trump ruht in Waltershausen

Waltershausen.  Hat Donald Trump Verwandte in Waltershausen? Das legt ein Fund auf dem dortigen Friedhof nah.

Donald Trump entstammt einer Unternehmerfamilie mit deutschen Wurzeln (Symbolbild).

Donald Trump entstammt einer Unternehmerfamilie mit deutschen Wurzeln (Symbolbild).

Foto: Susan Walsh / dpa

Belgien ist eine Stadt und Paris liegt in Deutschland. Mit schlechten Geografie-Kenntnissen blamierte sich Noch-US-Präsident Donald Trump nicht nur einmal. Ob der 74-Jährige weiß, wo Waltershausen liegt, bleibt also stark zu bezweifeln. Doch ein Grabstein auf dem Waltershäuser Friedhof lässt vermuten, dass es verwandtschaftliche Verbindungen zwischen der Millionärsfamilie und Thüringen gibt.

Die Spurensuche beginnt mit dem Foto eines Lesers, dass diese Zeitung erreicht hat. Am oberen Hauptweg des Friedhofs in Waltershausen kurz vor dem hinteren Ausgang stehe demnach rechter Hand ein großer aber unspektakulärer Grabstein ohne Schrift. Wer dort begraben ist, verrät ein Blick dahinter: Rechtsanwalt und Notar Dr. Hermann Trump, 1927 mit 56 Jahren verstorben, und Helene Trump, geborene Mücke, die 1951 mit 73 Jahren dort die letzte Ruhe fand.

Der 1946 geborene Donald Trump ist Sohn des New Yorker Immobilienunternehmens Fred C. Trump. Dessen Vater, Friedrich Trump, ist 1869 im pfälzischen Kallstadt geboren und wanderte mit 16 Jahren in die USA aus. In New York zu Reichtum gekommen, kehrte Friedrich Trump zeitweilig nach Deutschland zurück, um eine Frau zu finden. Dort traf er die deutlich jüngere Elisabeth Christ wieder, die Nachbarstochter. Nach der Hochzeit in Ludwigshafen kehrte das Paar zurück nach New York.

Direkte Verwandtschaft eher unwahrscheinlich

Ein direktes Verwandtschaftsverhältnis zwischen Donald Trump und Hermann Trump hält Wolfgang Möller vom Geschichtsverein Waltershausen für unwahrscheinlich. Er geht von einem Namensvetter aus. Höchstens entfernt könnten die Thüringer Trumps etwas mit dem Großvater Friedrich Trump zu tun haben.

Auch die Stadtbetriebe Waltershausen, die den Friedhof verwalten, gehen nicht von einer Verbindung der Grabstätte des Ehepaares Trump zum Noch-US-Präsidenten aus. Dass der Grabstein mit dem Rücken zum Weg steht, mag an seinem Alter liegen und dass in den Jahrzehnten seit seiner Setzung die Struktur des Friedhofs geändert wurde. In Waltershausen gibt es momentan keine weiteren Einwohner, die sich den Nachnamen mit dem US-Präsidenten teilen, wie ein Blick in das Einwohnerregister der Stadt verrät. Sucht man deutschlandweit danach, findet sich der Nachnamen dennoch wieder, rund 250 Mal mit Ansammlungen in Baden, der Pfalz, Berlin und Nordrhein-Westfalen. Auch in Thüringen scheint es laut Telefonbucheinträgen weitere Trumps zu geben.

Trump wirft eigene Familiengeschichte durcheinander

Wie in Geografie scheint Donald Trump auch in der eigenen Familiengeschichte nicht gut informiert zu sein. 2019 verwechselte er in einem Interview seinen Vater mit seinem Großvater. So sprach er damals darüber, dass er großen Respekt vor Deutschland habe, schließlich sei dort sein Vater zur Welt gekommen. Fred C. Trump wurde jedoch in New York geboren, nachdem sein deutschstämmiger Vater Friedrich Trump und seine Ehefrau sich dort niedergelassen hatten.

In seinem 1987 erschienenen Buch „The Art of the Deal“ hatte Trump behauptet, sein Vater stamme aus Schweden – eine Legende, die sein Vater vermutlich in der Zeit des Zweiten Weltkriegs erfunden hatte, um nicht mit dem deutschen Feind identifiziert zu werden.