Ein Kabarettist und Liedermacher testet seine Welt

Gotha.  Johannes Kirchberg unterhält im Gothaer Kunstforum mit „Testsieger – oder was tut man nicht alles nicht“.

Mit seinem neuen Programm "Testsieger" gastierte der Klavierkabarettist Johannes Kirchberg im Kunst-Forum.

Mit seinem neuen Programm "Testsieger" gastierte der Klavierkabarettist Johannes Kirchberg im Kunst-Forum.

Foto: Dieter Albrecht

Erneut hat sich Johannes Kirchberg seinem Gothaer Publikum gestellt. Am Samstagabend präsentierte er im Kunst-Forum sein Programm „Testsieger – oder was tut man nicht alles nicht“. Er selbst bezeichnet sich als Klavierkabarettisten, wobei allerdings die Grenze zwischen Kabarett und Comedy fließend ist.

Kirchbergs Thema ist das Leben und das, was wir damit anstellen. Und dabei fällt ihm sofort auf: „Die Leute schreien sich an und verstehen sich trotzdem nicht.“

Zwischen den Songs, zu denen er sich selber am Flügel begleitet, gelingen ihm immer wieder Sprüche aphoristischen Formats, selbst wenn sie nur schon tausendmal Gesagtes wiederholen: „Schlagertexte müssen gesungen werden, weil sie zu dumm sind, um gesprochen werden zu können.“ Und: „Wenn wir wissen, dass es sich reimt, dann wissen wir, dass es stimmt.“ Oder das: „Wenn wir aussterben – wer soll dann alles kaputtmachen auf der Welt?“

Auch wenn er über unser computerzentriertes Bildungssystem sinniert und damit ganz auf Linie des Neurowissenschaftlers und Psychaters Manfred Spitzer („Digitale Demenz“) liegt, trifft seine Kritik haarscharf den Nagel auf den Kopf: Man gebe immer mehr Geld für die schulische Digitalisierung aus, „statt ihnen erst mal beizubringen, was Computer nicht können – etwa Empathie und Humor“.

Natürlich nutzt Kirchberg auch die Chance, sich am derzeitigen US-Präsidenten abzuarbeiten, der bisher – im Gegensatz zu seinen Vorgängern – noch keinen Krieg vom Zaun gebrochen hat. Und auch in puncto Klima- und Migrationspolitik bleibt er auf Linie. Sein gesungener Kommentar aber macht uns stutzig: „Es wäre alles ganz leicht, wenn alles so wäre, wie‘s heißt.“

Warum heißt Kirchbergs Programm eigentlich Testsieger? Genau das erklärt er mehrfach ausführlich: Er testet Menschen und Verhältnisse auf ihre Brauchbarkeit im Leben. Für seine Frau Lisa ist er jedenfalls Testsieger. Dummerweise hat er nachgefragt: „Und wie bist du draufgekommen – verglichen …?“ Und ist prompt im Fettnäpfchen gelandet.

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