Erneute Vollbremsung fürs Stadt-Bad Gotha

Wieland Fischer
| Lesedauer: 3 Minuten
Das Bistro des Stadt-Bads Gotha ist als Teststelle eingerichtet. Geschäftsführerin Annette Engel-Adlung hält eine Bescheinigung – mit Lach-Smiley und grün gedruckt als Zeichen der Hoffnung.

Das Bistro des Stadt-Bads Gotha ist als Teststelle eingerichtet. Geschäftsführerin Annette Engel-Adlung hält eine Bescheinigung – mit Lach-Smiley und grün gedruckt als Zeichen der Hoffnung.

Foto: Wieland Fischer

Gotha.  Das Stadt-Bad Gotha fährt Schwimm- und Saunabetrieb herunter und richtet acht Teststellen ein

Zum dritten Mal in der Corona-Pandemie stellt die Stadt-Bad-Belegschaft den Betrieb komplett um. Schwimmhalle und Sauna werden geschlossen, stattdessen werden acht Teststellen eingerichtet, vier im Bistro sowie vier weitere in der Sauna.

Angesichts der sich ausweitenden Corona-Pandemie in Thüringen will die rot-rot-grüne Landesregierung strengere Infektionsschutzregeln einführen. Das öffentliche Leben soll ähnlich wie in Sachsen weitgehend eingestellt werden.

Unklar, ob Schulschwimmen betroffen ist

Inwieweit das den Weihnachtsmarkt auf dem Neumarkt, der erst am Montag eröffnet worden ist, sowie den auf Schloss Friedenstein betrifft, stand am Dienstagnachmittag noch nicht fest. Für das Stadt-Bad Gotha bedeutet dies jedenfalls wieder eine „Vollbremsung“, sagt dessen Geschäftsführerin Annette Engel-Adlung.

Noch sei nicht klar, ob davon das Schulschwimmen betroffen sei. Der Bade- und Saunabetrieb wird hingegen bis auf Weiteres eingestellt. Die im Hause eingemietete Physiotherapie Heußmann arbeitet weiter. Obwohl nicht mit dem Stadtbad unmittelbar verbunden, habe diese auch immer Rückgänge bei den Lockdowns gespürt. Das Stadt-Bad führt ab Donnerstag, 25. November, kostenlose Bürgertests auf das Covid-19-Virus durch.

Am Dienstagvormittag sind die Mitarbeiter darüber informiert worden. Da standen die ersten Badegäste schon am Einlass. Die Sauna war seit dem letzten Lockdown ohnehin nur Donnerstag bis Sonntag geöffnet. „Um vorsichtig zu sein und weil die Nachfrage nicht so stark war.“

Engel-Adlung spricht von spürbarem Besucherrückgang während der letzten Wochen. Nun sei der Fokus wieder auf das Testen gerichtet. „Wir wollen helfen, dass das öffentliche Leben aufrechterhalten werden kann.“ Es sei absehbar, dass dafür viele Test verlangt werden, nach 2G- und 3G-Verordnungen Testpflicht auch für Geimpfte in Teilen komme. Geplant ist, werktags 7 Uhr bis 18 Uhr zu testen, bei Ansturm schon ab 6 Uhr. An den Wochenenden soll dies von 10 bis 15 Uhr angeboten werden. Voranmeldung sei für einen Test nicht nötig. Um das Mitbringen eines Ausweises wird ausdrücklich gebeten.

Die Infektionslage sei noch nie so dramatisch wie jetzt gewesen, stellt Engel-Adlung fest. Andererseits will das Stadt-Bad ein Stück Hoffnung mit dem Testen verbreiten. Die bereits gedruckten Plakate und Bescheinigungen sind grün und mit Lach-Smiley versehen. Engel-Adlung: „Wir wollen positiv an die Sache herangehen. Alle Mitarbeiter sind bereit mitzumachen und zu helfen.“ Sie räumt aber auch ein Stimmungstief ein. Mit den Impfungen habe es die Erwartung gegeben, dass ins Stadt-Bad ein Stück weit Normalität einkehre. Es hat in den 13 Monaten Schließzeit seit Beginn der Pandemie zahlreiche Kollegen an andere Arbeitgeber verloren, von ehedem 42 Beschäftigten seien noch 34 an Bord – inklusive der geringfügig Beschäftigten.

Engel-Adlung selbst wollte aus familiären Gründen ab Januar die Leitung des Stadtbades in Arnstadt übernehmen. Das werde sich wohl auf Frühjahr 2022 verschieben. „Das ist eine schwierige Zeit für einen Wechsel. Meine Koordinaten jetzt umzustellen, ist für mich auch sehr schwierig.“