„Es ist ein tolles Gefühl, wenn man jemandem helfen kann“

Landkreis  Eine junge Frau aus dem Kreis Gotha hat sich für eine Stammzellenspende entschieden. Damit kann sie Leben retten. Was bewog sie dazu?

Die 20-jährige Sophie aus dem Landkreis Gotha hat sich einer Stammzellenspende unterzogen, um einem schwerstkranken Patienten in Deutschland zu helfen.

Die 20-jährige Sophie aus dem Landkreis Gotha hat sich einer Stammzellenspende unterzogen, um einem schwerstkranken Patienten in Deutschland zu helfen.

Foto: DKMS

Schon als Kind habe sie sich als ehrenamtliche Helferin im Sanitätsdienst engagiert, um anderen Menschen zu helfen. Das hat sich bis heute nicht geändert. Aus diesem Grund hat sich die 20-jährige Sophie (Nachname ist der Redaktion bekannt) aus dem Landkreis Gotha auch für eine Stammzellenspende bei der DKMS gemeinnützige GmbH (ehemals Deutsche Knochenmarkspenderdatei) entschieden. Wie es dazu gekommen ist und welche Erfahrungen sie daraus zieht, darüber unterhielt sich unsere Zeitung mit der jungen Frau.

Wie bist Du darauf gekommen zu spenden?

Das war im April 2016, da habe ich ein Werbeplakat der DKMS bei uns im Ort gesehen. Man konnte sich damals im Bürgerhaus Hörselgau registrieren lassen, und das habe ich gemacht. Die Registrierung war nicht schwer. Es wurde Blut abgenommen. Ich habe dann eine Spenderkarte erhalten.

Wie ging es dann weiter?

Ende Mai habe ich eine E-Mail von der DKMS erhalten, dass ich für einen Patienten in die engere Auswahl für eine Spende gekommen bin. Eine Koordinatorin des Spendenteams setzte sich dann mit mir in Verbindung und ging mit mir einen langen Gesundheitsfragebogen durch.

Was wollten die alles von Dir wissen?

Es wurde jede Kleinigkeit über meinen Gesundheitszustand abgefragt, also ob ich Infektionskrankheiten gehabt habe, schwanger bin, welche Impfungen ich erhalten habe, Blutspender bin und welche Erkrankungen ich hatte. Bereits einen Tag später habe ich einen dicken Brief mit einem Blutabnahme-Set erhalten. Mit dem bin ich zu meiner Hauärztin. Die Blutproben wurden dann per Post an die DKMS geschickt.

Wann hast Du erfahren, dass Du als Spenderin in Frage kommst?

Eine Woche später. Da wurde mir schließlich mitgeteilt, dass nur ich allein für den Patienten infrage komme. Zwar drehte sich zunächst alles bei mir im Kopf, weil ich auch aufgeregt war und nicht wusste, was alles passiert. Doch letztlich freute ich mich, dass ich helfen kann.

Welche Art von Spende hat Du abgegeben?

Ich hatte eine Stammzellenentnahme. Ich musste mir vier Tage zuvor ein Medikament spritzen, das die Stammzellen in der Blutbahn mobilisiert. Bei der Entnahme bekommt man rechts und links eine Kanüle gelegt. Mein Blut hat den Körper verlassen, wurde zentrifugiert und wieder zugeführt.

Wie lange dauerte die Spende?

Es waren so rund fünf Stunden. Aber es waren immer Schwestern und Ärzte vor Ort. Nach der Spende war ich richtig kaputt, doch das hat sich sehr schnell wieder gegeben.

Würdest Du es noch einmal machen?

Auf jeden Fall würde ich das tun. Außerdem ist es ein tolles Gefühl, wenn man jemanden helfen kann. Das ist unbeschreiblich und passiert möglicherweise nur einmal im Leben. Wenn ich mit meiner Spende dem Patienten helfen konnte, macht es mich glücklich.

Bei einer Stammzellenspende werden einem gesunden Menschen die Stammzellen entweder direkt aus der Blutbahn oder aus dem Knochenmark entnommen.

Jede gesunde, volljährige Person kann Blutstammzellen spenden. Das Höchstalter für eine Blutstammzellspende beträgt 61 Jahre.

Personen mit bestimmten Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems oder bestimmten Infektionskrankheiten kommen für eine Stammzellspende nicht infrage.

Beim Heavy-Metal-Festival Wacken will die Deutsche Knochenmarkspender-Datei (DKMS) vom 1. bis zum 3. August wieder Spender unter den Fans harter Rockmusik werben.

Seit 2014 hat die DKMS nach eigenen Angaben bisher 7300 Metal-Fans als potenzielle Spender gewonnen. 32 von ihnen spendeten bereits Stammzellen.

Stammzellen werden auch als Mutterzellen bezeichnet. Sie reifen zu verschiedenen Zellen des Blutes heran. Bei schwerwiegenden Erkrankungen, wie beispielsweise Blutkrebs, kann die Transplantation von Blutstammzellen eine aussichtsreiche Therapie sein.

Nach einer Chemotherapie, oft in einer Kombination mit einer Ganzkörperbestrahlung, werden einem Krebspatienten die Stammzellen eines gesunden Spenders – als Ersatz für das zerstörte Knochenmark – transplantiert.

Kontakte für Menschen, die Spender werden möchten: www.dkms.de und www.zkrd.de

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