Fahners Reserve ärgert Ohratal

Gräfentonna  Trotz Favoritenrolle und 1:0-Führung muss sich der Aufstiegsanwärter mit einem Remis zufrieden geben. Krumbein erzielt Ausgleich

Patrik Hodonsky und Martin Sichtig im Duelll

Patrik Hodonsky und Martin Sichtig im Duelll

Foto: Marcel Minar

Philipp Kiebert musste das Ergebnis erst einmal sacken lassen. Kurz nach Abpfiff setzte sich der Kapitän des FSV Ohratal auf eine Bank und ließ die 90 Minuten Revue passieren. Nein, ein Remis stand eigentlich nicht im Plan des Ohrdrufers, der heute mit 16 Kumpels aus den drei Mannschaften bis zum Sonntag einen Kurztrip nach Mallorca absolviert, um seinen Geburtstag nachzufeiern.

Doch mehr als das 1:1, so gab er zu, hatte sein Team an diesem Freitag gegen die mit viel Leidenschaft agierende Fahner-Reserve auch irgendwie nicht verdient. In einer über weite Strecken eher durchschnittlichen Begegnung gingen die Gäste zwar durch Marty Jung in Führung, als dieser eine Bogenlampe ins Tor abstaubte (26.). Doch im zweiten Durchgang egalisierte die Elf von Trainer Maik Thiel durch Torjäger Danny Krumbein, der einen unsauberen Klärungsversuch ausnutzte (56.). Kurios: Sowohl Kiebert als auch sein Kapitänskollege Stephan Ehegötz sprachen nach Spielende von „Geschenken“, die man dem Gegner gemacht hätte.

Doch obwohl beide Mannschaften im Nachgang noch mit den wenigen Hochkarätern haderten, die im Spielverlauf vergeben wurden, konnten die Gräfentonnaer mit dem Remis deutlich besser leben als der Gast, der sein spielerisches Potenzial an diesem Freitag einfach nicht auf den (stumpfen und schwer bespielbaren) Rasen brachte. Unterschätzt habe man den Gegner, der diesmal ohne Unterstützung aus der Ersten auflief, nicht, betonte Kiebert. „Gerade, weil wir letzte Saison hier verloren haben. Aber wir waren über die gesamte Spielzeit viel zu uneffektiv nach vorne“, bemängelte der Mittelfeldantreiber.

Und in der Tat agierte Ohratal im Gegensatz zum Herpf-Spiel gefühlt nicht mit der letzten Konsequenz. Freilich besaß die Storch-Elf mehr Spielanteile, ließ mitunter den Gegner schön laufen. Doch Kapital wurde aus der Feldüberlegenheit über die gesamten 90 Minuten nicht geschlagen. Immer wieder verlangsamten die eigenen Spieler das Geschehen; es fehlte gegen die clever verteidigenden Fahner-Jungs das Überraschungsmoment. „Es war generell schwer, hier zu spielen und sich spielerisch nach vorne zu kombinieren. Aber wir haben das auch mitunter schlecht ausgespielt“, monierte Kiebert. Denn je länger das Spiel dauerte, umso mehr setzte Ohratal auf lange Bälle – eine einfache Beute für die Fahner-Reserve, wenn auch so mancher Klärungsversuch unorthodox aussah.

Doch der Zweck heiligt bekanntlich die Mittel, und da wussten die Hausherren, die mit einer sehr jungen Elf angetreten waren, zu gefallen. Im Defensivverbund wurden die Räume eng zugestellt, nach vorne ab und an gefährlich gekontert, was in Form von Ibrahima Cisse fast mit dem 2:1 belohnt worden wäre (63.). Das hätte zwar dem Spielverlauf nicht entsprochen, aber zumindest bei den Blau-Weißen auch keinen gestört.

„Wenn wir nicht mit einer Einstellung von 100 Prozent in die Spiele gehen, reicht es für diese Liga nicht“, sagte Ehegötz, der mit gutem Beispiel voranging. Gegen Ende der ersten Halbzeit wurde er vom durchziehenden Jung am Fuß getroffen, hielt aber trotz Schmerzen bis zum Ende durch und durfte schließlich jubeln.

Bei den Ohrdrufern hofft man, dass das fehlende Spielglück schnell zurückkommt. So scheiterte etwa Patrik Hodonsky per Kopfball an der Latte (48.). Zeit zum Ablenken gibt es genug – für Kiebert und Co. zum Beispiel auf Mallorca.

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