Fasching an der frischen Luft im Kreis Gotha

Kreis Gotha.  Die Karnevalsvereine im Landkreis Gotha feiern wegen Corona im Freien und denken auch über Internet-Übertragungen nach.

Dum Rathaussturm in Finsterbergen soll wie im vergangenen Jahr (Foto) von den Kanonieren des Finsterberger Karnevalklubs auch die Konfettikanone abgefeuert werden. Am 14. November soll so auch die 47. Saison unter dem Motto „Überall Maskenball“ eröffnet werden (Archiv-Foto).

Dum Rathaussturm in Finsterbergen soll wie im vergangenen Jahr (Foto) von den Kanonieren des Finsterberger Karnevalklubs auch die Konfettikanone abgefeuert werden. Am 14. November soll so auch die 47. Saison unter dem Motto „Überall Maskenball“ eröffnet werden (Archiv-Foto).

Foto: Peter Riecke

Es ist nicht mehr lange hin bis zum 11.11. und damit bis zum Auftakt der Faschings-Saison. Doch die Corona-Pandemie dürfte auch das närrische Treiben einschränken, zumal angesichts der derzeit stark steigenden Infektionszahlen niemand weiß, was dann überhaupt noch erlaubt sein wird. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog.

„Die aktuelle Verordnung des Landes Thüringen gilt noch bis Ende Oktober. Demnach sind Veranstaltungen unter Auflagen und Einschränkungen zulässig, wenn sie angezeigt und genehmigt werden. Darüber hinaus lässt sich leider nicht abschätzen, welche Regelungen kommen. Eine Empfehlung für die Karnevalsvereine kann daher nicht abgegeben werden“, beantwortet das Landratsamt Gotha die Anfrage unserer Zeitung. „Nach derzeitiger Verordnungslage wäre ein Umzug unter freiem Himmel möglich“, schätzt die Genehmigungsbehörde ein. Outdoor-Fasching also.

„Überall Maskenball“ lautet das Motto in Finsterbergen

„Überall Maskenball“ – nur nicht auf dem Lindesaal, hat der Faschingsklub Finsterbergen (FKK) deshalb sein diesjähriges Motto gleich um einen passenden Zusatz ergänzt. „Unsere 47. Saison soll trotzdem stattfinden, aber eben nur mit dem, was möglich ist“, sagt Liane Heft, die FKK-Präsidentin. „Wir wollen auf jeden Fall am Samstag, dem 14. November, um 11.11 Uhr das Rathaus stürmen, und wir hoffen, unser närrisches Volk mit Anstand und Abstand begrüßen und das erste gemeinsame Helau erschallen lassen zu können.“

„Überall Maskenball“ – das seien zwei Worte, die eine Welt beschreiben, die so ganz anders ist, als es sich der kühnste Narr in seinen schlimmsten Träumen jemals hätte vorstellen können, sagt Liane Heft. Einen Eröffnungsabend, den Galatanzabend „Réunion“ sowie Büttenabende auf dem Lindesaal werde es beim FKK deshalb leider nicht geben. „Aber vielleicht haben wir andere Möglichkeiten, uns im Freien zu treffen und Gemeinsames zu erleben, denn gerade in solchen Zeiten braucht man den ein oder anderen Spaß.“

Das sieht auch Mathias Köhler, der Präsident des Wechmarer Carnevalvereins (WCV), so. „Es ist keine Frage ob, sondern wie wir unter den besonderen Bedingungen Veranstaltungen anbieten. Wir sind uns einig, dass das nur draußen sein kann.“ Es gebe bereits Ideen, mit einem verkürzten Programm am Nachmittag an der frischen Luft aufzutreten. „Unsere acht Gruppen proben jedenfalls. Das ist wichtig, um das Vereinsleben in Gang zu halten“, findet Mathias Köhler. „Wir überlegen aber auch, den Saal zu schmücken, unser Bühnenprogramm ohne Publikum zu filmen und ins Internet zu stellen. Allerdings haben wir da noch keine Antwort von unserem Landesverband zu den rechtlichen Fragen bekommen“, bedauert Köhler.

Gespräche mit anderen Karnevalsvereinen für Unterstützung

„Alles steht Kopf“, so lautet das Motto der Wechmarer Karnevalisten für die kommende, ihre 47. Saison. „Wir werden Programmpunkte aus der letzten Saison wieder aufnehmen“, sagt der Präsident. So frische das Kinderballett seine Tänze auf. „Das ist auch eine Kostenfrage. So brauchen wir zum Beispiel keine neuen Kostüme.“ Zudem gebe es Gespräche mit den anderen Karnevalsvereinen aus der Drei-Gleichen-Gemeinde in Mühlberg, Seebergen und Wandersleben, um sich mit gegenseitigen Auftritten zu unterstützen. Für den Bürgermeister-Fasching des Landkreises hatte Wandersleben den Hut in den Ring geworfen. „Ob er stattfinden kann, ist allerdings angesichts der Entwicklung fraglich“, sagt Adrian Weber, Pressesprecher des Landratsamtes.

Die Gothaer Karnevalsgemeinschaft (GKG) hat für ihre 52. Saison „Die goldenen Zwanziger“ als Motto gewählt. „Wir haben Hygienekonzepte erstellt, damit unsere Gruppen in unseren Räumen dafür wieder regelmäßig trainieren können“, sagt Konstantin Strensch, der GKG-Präsident.

Auftaktveranstaltung in Gotha ist abgesagt

Trotzdem – die Auftaktveranstaltung am 14. November sei abgesagt. „Uns ist klar, dass indoor diesmal nichts möglich sein wird. Deshalb suchen wir nach Möglichkeiten im Freien.“ Insofern sei der Sturm aufs Gothaer Rathaus zur Weiberfastnacht auf jeden Fall eine Option, er würde am 11. Februar stattfinden. Strensch: „Nächste Woche wollen wir mit Oberbürgermeister Knut Kreuch klären, ob und wie wir Fasching auch in dieser Saison in Gotha möglich machen können.“

Bereits im September hatten sich die Präsidenten der Faschingsvereine aus dem Kreis Gotha in Hörselgau getroffen, um über die kommende Saison zu beraten. Hörselgau wäre Gastgeber für den nächsten Kreiskarnevalsumzug. Mathias Köhler sieht das wie andere Verantwortliche skeptisch. „Auf den Wagen könnten keine Abstandsregeln eingehalten werden, und der logistische Aufwand wäre immens.“ Ob der größte närrische Umzug des Landkreises wegen Corona abgesagt werden muss, geben die Karnevalisten bald bekannt – am 11.11. soll darüber informiert werden.