Gespräch zu Pflegenotstand und Fachkräftemangel in Friedrichroda

Friedrichroda  Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat mit Ärzten und Schwestern im Friedrichrodaer Klinikum diskutiert.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) wollte von Schwester Peggy (2. von links) wissen, wie es ihr auf der Pflegestation gefällt.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) wollte von Schwester Peggy (2. von links) wissen, wie es ihr auf der Pflegestation gefällt.

Foto: Conny Möller

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Welche Lösungsansätze gibt es für den Pflegenotstand, was kann gegen den Fachkräftemangel getan werden und warum müssen Patienten so lange auf einen Facharzttermin warten. Diesen Fragen und weiteren anderen stellte sich am Donnerstagnachmittag Jens Spahn (CDU). Der Bundesgesundheitsminister besuchte auf Einladung des Landtagskandidaten Hans-Georg Creutzburg (CDU) das SRH-Krankenhaus Waltershausen-Friedrichroda.

Spahn ließ sich bei einem Rundgang auf der chirurgischen Station erklären, wie die Arbeitsbedingungen sind und wie es mit den Pflegekräften aussieht. Schwester Peggy arbeitet als Gesundheits- und Krankenpflegerin auf der Station. „Wir fühlen uns hier wohl“, bestätigt sie dem Minister und fragt: Warum es keinen Ehrentag für Krankenschwestern gibt. Spahn konterte: Es sei doch jeden Tag ein Ehrentag für sie.

Im anschließenden Bürgerdialog in der Cafeteria des Klinikums musste sich der Gesundheitsminister mit anderen Themen auseinandersetzen. Hier ging es um den Sicherstellungsauftrag bei Medikamenten. So beklagte ein Facharzt, dass er seinen Patienten, die an Parkinson, Epilepsie und Multiple Sklerose leiden nicht mehr die gewünschten Medikamente verschreiben kann, weil diese nicht vorrätig sind. Er habe aber als Arzt den Auftrag, sicherzustellen, dass dem Patient die Medikamente gegeben werden. Spahn bestätigte, dass es derzeit Lieferengpässe bei Medikamenten gäbe. Er sei im Gespräch mit Apotheken und Großproduzenten, um eine breitere Lieferkette zu bilden. Ein Endergebnis stehe aber noch nicht fest.

Eine Hebamme, die seit 2015 auf der Geburtshilfe des Krankenhauses tätig ist, schilderte den Mangel an Personal. Sie seien insgesamt fünf Hebammen im 24-Stunden-Bereitschaftsdienst. Doch das wäre nicht ausreichend, deshalb wünsche sie sich, dass Hebammen verpflichtet werden in der Geburtshilfe zu arbeiten. Dem pflichtete Jens Spahn bei. Er sei offen für eine Verpflichtung, doch ob sie kommt, kann er nicht sagen.

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