Gotha hat dieses Jahr gleich zwei Weihnachtsmärkte

Gotha  Doppelter Winterzauber statt erbitterter Konkurrenz: Eine heimelige Atmosphäre auf zwei Weihnachtsmärkten mit zwei Eisbahnen soll in der Gothaer Innenstadt zum Verweilen einladen.

Maik Hinkel (von links), Maja Heß, Michaela Barchevitch und Christoph Gösel 

Maik Hinkel (von links), Maja Heß, Michaela Barchevitch und Christoph Gösel 

Foto: Victoria Augener

Wen dieser Tage der Anblick des Gothaer Hauptmarkts erschreckt, der kann beruhigt sein: der Weihnachtsmarkt fällt wegen der Baumaßnahmen nicht aus. Ganz im Gegenteil: Die Kultourstadt Gotha und der private Organisator Maik Hinkel gaben am Donnerstag einen Ausblick auf den Adventszauber, der bald in der Gothaer Innenstadt Einzug hält.

Der Platz vor dem historischen Rathaus war zuletzt Kulisse für das Markttreiben in der Adventszeit gewesen. Nun sollen Neumarkt und Buttermarkt den Weihnachtsmarkt in der Gothaer Innenstadt beherbergen. Wenige Tage nachdem die Buden im vergangenen Jahr abgebaut waren, seien schon die Standplätze für die Händler ausverkauft gewesen.

Die Veranstaltung habe an Popularität gewonnen, glaubt Maik Hinkel. „Wir haben ein gutes Standing“, sagt der Organisator. An der Entwicklung hätten auch die Händler einen großen Anteil, indem sie einiges investierten, etwa in neue Hütten. „Wir versuchen jedes Jahr einen draufzusetzen“, sagt Maik Hinkel. In diesem Jahr soll das mit einer Eisbahn gelingen, die sich Berliner Eishockey-Profis nicht besser wünschen könnten.

Vom Treiben auf dem Schlosshof profitieren

Die Eisbahn, die auf dem Neumarkt entstehen soll, stammt von einem Hersteller, der auch die Eisfläche gebaut hat, die die Eisbären Berlin für ihr Training nutzen. „Die Kufen gleiten allerdings auf Kunststoffplatten, und dass sogar besser, als es auf echtem Eis funktioniert“, berichtet Maik Hinkel. Immerhin schmelze dieses bei Plusgraden. So sei der Spaß bei den durchschnittlichen Wintertemperaturen in Gotha schnell vorbei. Die Kunststoffbahn hingegen soll nach ihrer Premiere in Gotha auch in den Sommermonaten eingesetzt werden können.

Bereits 2018 kaufte Maik Hinkel die Hightech-Eisbahn, jedoch zu kurzfristig, um sie schon beim letztjährigen Gothaer Weihnachtsmarkt aufbauen zu können. In diesem Jahr haben Gothaer und Gäste der Stadt die Qual der Wahl, denn auch die Veranstalter des Weihnachtsmarkts im Hof von Schloss Friedenstein haben eine Eisbahn als Attraktion angekündigt.

Als Konkurrenz wolle man den Schloss-Weihnachtsmarkt nicht sehen. „Etwas verwundert“ sei man gewesen, mehr Kommunikation von Betreiber zu Betreiber hätten er und die Kultourstadt sich gewünscht, sagt Hinkel. Doch zwei Weihnachtsmärkte in einer Stadt hätten auch Vorteile, denn wer für Adventsstimmung auf den Friedenstein reist, werde auch in die Innenstadt kommen. Er denkt besonders an Touristen in Reisebussen: „Das Schloss lockt Menschen, die sonst nicht nach Gotha kommen würden.“

60 Stände und Attraktionen

Das Eisland Gotha, wie der Bereich um die Schlittschuhbahn heißen soll, sei bloß ein Standbein des Weihnachtsmarktes, das Besucher zum Verweilen einladen soll, mit Sitzgelegenheiten in einem von Tannen abgetrennten Bereich. Ein heimeliges Ambiente streben die Veranstalter an, einen Markt der mit einer Krippe, Schwibbogen, Handwerksbuden, süßen Düften und vielen Lichtern den Kern der Weihnacht trifft. 60 Stände und Attraktionen sollen aufgebaut werden.

Die Lokalprominenten, die sich an den Samstagen für den guten Zweck an den Herd stellen bleiben derweil noch geheim, einen Empfänger haben die Spenden aber schon, die dabei gesammelt werden: Michaela Barchevitch, Intendantin der Thüringen-Philharmonie Gotha-Eisenach, freut sich über Unterstützung für das Projekt Netzwerk Freiklang, das sozial benachteiligten Menschen Teilhabe an Kultur ermöglicht.

Der Weihnachtsbaum, der sonst auf dem Hauptmarkt stand, wird in diesem Jahr auf dem Buttermarkt aufgestellt. Für die elf Meter große Tanne aus dem Wald bei Emleben muss eigens eine Halterung aus Beton und Stahlstäben angefertigt werden, schildert Hinkel. Verzichten werde man in diesem Jahr auf die Schlossmühle. Dafür sei einfach kein Platz mehr gewesen. Kürzer treten werde zudem Klaus Baumbach. In der Rolle des Weihnachtsmanns werde er weniger häufig auf dem Weihnachtsmarkt zu sehen sein.

Auch die Sicherheit haben die Weihnachtsmarktbetreiber im Blick. Das Konzept der vergangenen Jahre habe sich bewährt: An jedem Stand soll es einen Safepoint geben, wo sich Besucher anvertrauen können und Auffälligkeiten melden sollen. Im Notfall werde Organisator Hinkel sofort informiert. Zudem werde Sicherheitspersonal eingesetzt.

Wissenswertes zum Weihnachtsmarkt in Gothas Innenstadt

Eröffnung wird am Montag, 25. November, 18 Uhr gefeiert. Der Weihnachtsmarkt schließt am 30. Dezember.

Geöffnet ist an Wochentagen und sonntags von 11 bis 20 Uhr, samstags bis 22 Uhr. Am 24. und 25. Dezember ist der Weihnachtsmarkt geschlossen.

Größte Attraktion ist die Eiswelt Gotha, die den Autoscooter ersetzt. Es handelt sich um einen abgetrennten Bereich mit einer Kunststoff-Eisbahn und Sitzgelegenheiten.

Die Eisbahn mit einer Fläche von 24 mal 12 Metern bieten Platz für bis zu 70 Schlittschuhfahrer. Normale Schlittschuhe sind dafür geeignet.

Zum Programm gehören Auftritte der Blechbläser der Thüringen-Philharmonie Gotha-Eisenach und weiterer Musiker, Eisdiscos, Promikochen und Besuche des Weihnachtsmanns.

Spenden erhält das Netzwerk Freiklang der Thüringen-Philharmonie.

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