Gotha: Wer nicht verrückt ist,ist nicht normal

Weihnachts-Comedy mit Ralph Richter als Gourmettheater in Gotha

Unter dem Motto "Verheddert im Lametta" unterhielt der ehemalige Kabarettist Ralph Richter sein Publikum im Hotel "Lindenhof" mit Comedy. Auf die Schippe nahm er alle, die den wahren Sinn von Weihnachten verkennen.

Unter dem Motto "Verheddert im Lametta" unterhielt der ehemalige Kabarettist Ralph Richter sein Publikum im Hotel "Lindenhof" mit Comedy. Auf die Schippe nahm er alle, die den wahren Sinn von Weihnachten verkennen.

Foto: Dieter Albrecht

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Gotha. Wer nicht verrückt ist, ist nicht normal. Das meint der sächsische Schauspieler und Kabarettist Ralph Richter. Verrückt beispielsweise wäre es, in diesen unruhigen Zeiten Kabarett zu machen – womöglich würde man ganz schnell in der televisionären „Anstalt“ landen? Mit unverfänglicher Comedy dagegen ist man auf der sicheren Seite und braucht sich um die Lacher nicht zu sorgen.Eines der dankbarsten Ulk-Objekte ist das nicht selten in die Hose gehende „Fest der Liebe“. Mit dem konnte er am Donnerstagabend im ausverkauften Cranach-Saal des „Lindenhofs“ punkten. Seinen Auftritt begann er als leicht angeheiterter Hausmeister mit Kittel, Weihnachtsmannmütze und Taschenrutscher, indem er die biblische Weihnachtsgeschichte mit unserer Gegenwart konfrontierte: „Es begab sich aber zu der Zeit, als alle Menschen einander hassten wie die Pest ...“ Mitleid hat er mit den denen, die am wenigsten Empathie empfinden können und deshalb zu Weihnachten allein sind: Investmentbanker, Immobilienmakler, Gebrauchtwagenhändler …„Wir schenken uns dieses Jahr nichts.“ Wer kennt nicht diesen edlen Vorsatz, dem alljährlichen Besinnlichkeitsstress zu entkommen? „Bedeutet das, dass ich auch nichts kriege?“ Sollte es nicht wenigstens ein Gutschein „Einmal kuscheln“ sein?Gern schlüpft Richter in unterschiedliche Personen – Hausmeisterkittel aus-, Damenperücke übergezogen. Witze über Frauen hat er etliche auf Lager, und nicht alle sind ganz stubenrein. Die Damen im Saal kieksen laut vor Entzücken. Einiger ihrer „schlechteren Hälften“ aber verziehen keine Miene – um spätere Diskussionen zu vermeiden?Zum Schluss doch noch die Politik. Echtes, Zusammenhänge erhellendes Kabarett? Nein, es bleibt bei Oberflächlichkeiten: wandelnder Hosenanzug, Merkel-Raute, Flinten-Uschi, Berliner Flughafen …Als Richter auf die andauernde Ossi-Wessi-Problematik zu sprechen kommt, fällt ein wirklich kluger Satz: „Ob eine Birne hohl ist, hängt nicht davon ab, wo sie vom Baum gefallen ist.“

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