Großer Campingplatz für Pfadfindertreffen in Neufrankenroda

Im Jahr 2014 will die Familienkommunität "Siloah" in Neufrankenroda Gastgeber für gleich 18. 000 Pfadfinder sein. Die Powalla-Bunny's-Stiftung aus Hamburg hat auf dem Gut Verantwortung übernommen.

Aus der Hinterseite der historischen Scheune wächst der neue Anbau - vorausgesetzt, die Variante bekommt am Ende den Zuschlag. Foto: Klaus-Dieter Simmen

Foto: zgt

Neufrankenroda. "Wir sind", sagt Pfarrer Christian Schaube, "im Grunde ein evangelisches Kloster, in dem Nonnen und Mönche ordentlich verheiratet sind und viele Kinder haben." So steht denn auch bei "Siloah" das Evangelium im Mittelpunkt. Doch die Familienkommunität ist viel mehr noch: Auf dem Bauernhof lernen Kinder und Jugendliche die Vielseitigkeit im ländlichen Raum kennen und erfahren die Wertigkeit von Handarbeit.

Bislang hatte "Siloah" für all das vom Freistaat Thüringen den Hof und das Acker- und Weideland gepachtet. "Zwar hielt sich unsere Abgabe im Rahmen", sagt Pfarrer Schaube, "eingesehen indes haben wir sie nie so ganz: Im Gegenzug leisten wir nämlich für das Land Jugendarbeit."

Seit einiger Zeit nun ist die Einrichtung ein Stiftsgut. Die Powalla-Bunny's- Stiftung aus Hamburg hat den Hof vom Land gekauft und tauscht derzeit mit ihm landwirtschaftliche Flächen. Hintergrund dafür ist, dass der Freistaat kein Land verkaufen darf. Auf diesem Weg wird gesichert, dass auch die Nutzflächen zusammenhängend beim Hof verbleiben. "Für uns ist es ein Glücksfall, dass die Stiftung - die übrigens auch schon die Sanierung des Hamburger Michel realisierte - sich unser angenommen hat", sagt Christian Schaube.

Derzeit verfolgt Schaube als Vorstand zwei ehrgeizige Ziele. Schon bald soll zu "Siloah" der größte Campingplatz Europas gehören. Ursächlich im Zusammenhang damit steht der Neubau eines Gebäudes, in dem mindestens 200 Betten und ein Saal Platz finden. Jeweils zu Pfingsten und Juli/August wird die Familienkommunität zum Nabel Deutschlands. Christian Schaube: "Da haben alle Bundesländer Ferien – folglich bietet sich die Zeit für große Bundesprogramme an." Und Neufrankenroda liege verkehrstechnisch günstig in der Mitte der Republik.

"Da gibt es dann auf unserem Gelände Camps mit 500 oder 1500 oder auch 3000 Besuchern." Selbst 5000 fanden hier schon Unterkunft - beim Ranger-Camp der Pfadfinder.

Die Pfadfinder kommen wieder. Diesmal allerdings gleich mit 18.000 jungen Leuten. Das stellt die Familienkommunität vor große logistische Aufgaben. 400 Kubikmeter Trinkwasser werden dann täglich gebraucht. Und das ohne die umliegenden Ortschaften sozusagen trocken zu legen. Damit beschäftigt sich eine Arbeitsgruppe von Fachleuten, in der auch das Landratsamt und "Siloah" vertreten sind. "Nach gegenwärtigem Stand soll der Hochbehälter in Haina mit zusätzlichen Pumpen verstärkt werden", erläutert Schaube, "das würde für den Mehrbedarf ausreichen." Damit dürfte für den Ansturm 2014 alles bereit sein.

Für den Neubau gibt es derzeit zwei Varianten. Noch ist nicht endgültig entschieden. Pfarrer Schaube befürwortet jenen, der an die alte Scheune anschließt, ohne das Ensemble des Hofes zu verändern. Dazu soll die Rückwand der Scheune aufgebrochen werden und das neue Gebäude in den Hang gebaut werden. Eine Variante, die auch die Denkmalpflege mit tragen könnte, ist sich der Pfarrer sicher. Wo heute noch ehrwürdige Bäume stehen, könnten schon bald gläserne Kuppeln aufragen. "Die Bäume sind bereits krank und müssten ohnehin gefällt werden", sagt Schaube, "wir werden dafür reichlich neue anpflanzen."

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