Historische Schienenfahrzeuge werden in Gotha bestaunt

Gotha  Tag der offenen Tür: 125 Jahre Straßenbahn und 90 Jahre Thüringerwaldbahn locken viele Gäste an.

Diese historische Straßenbahn mit der Nummer 23 fuhr einst auf den Straßenbahngleisen in Nordhausen. Gebaut wurde sie 1934 in Wismar. Am Samstag versetzte sie Technik-Fans in Gotha in Verzückung.

Diese historische Straßenbahn mit der Nummer 23 fuhr einst auf den Straßenbahngleisen in Nordhausen. Gebaut wurde sie 1934 in Wismar. Am Samstag versetzte sie Technik-Fans in Gotha in Verzückung.

Foto: Klaus-Dieter Simmen

Karl-Heinz Koch ist zufrieden. Der schier unablässige Besucherstrom zum Tag der offenen Tür anlässlich von 125 Jahre Straßenbahn Gotha und 90 Jahre Thüringerwaldbahn zeigt deutlich: Die Faszination für diese Verkehrsmittel ist ungebrochen. Das unterstreichen auch die jährlichen Fahrgastzahlen, die bei rund zwei Millionen liegen. Das lässt den Geschäftsführer des Unternehmens zuversichtlich in die Zukunft blicken. Daran ändert auch nichts, dass der Gesetzgeber zum Jahr 2022 Barrierefreiheit für alle öffentlichen Verkehrsmittel beschlossen hat.

Dem sehe man in Gotha gelassen entgegen, sagt Koch. 80 Prozent der Haltestellen erfüllten bereits das Kriterium. Zudem habe im Unternehmen die Zahl der Niederflurfahrzeuge zugenommen, so dass auch hier zu 75 Prozent die Forderungen des Gesetzgebers erfüllt werden. „Bis alle öffentlichen Verkehrsmittel in der Republik barrierefrei sind, so schätzen Fachleute, wird es bis 2040 dauern. So gesehen sind wir bestens aufgestellt.“

Mitarbeiter und Ehrenamtliche helfen

Neue Straßenbahnen anzuschaffen, ist ein unerfüllbarer Wunschtraum. Der Freistaat fördert das mit lediglich 20 Prozent, eine neue Straßenbahn ist unter drei Millionen nicht zu haben. „Da können wir nur auf gebrauchte Fahrzeuge zurückgreifen.“ So wie bei den drei Fahrzeugen aus Basel.

Eigentlich sollten sie längst schon zum Bild auf den Straßenbahnschienen in Gotha gehören. Sie tun es nicht, weil die Schweiz nicht zur Europäischen Union gehört und eine Neuzulassung so einfach nicht bewerkstelligt werden kann. Derzeit bemühe sich das Unternehmen eine Zulassung als Eisenbahnfahrzeug zu erwirken. Wenn das klappt, und davon ist Karl-Heinz Koch überzeugt, folgt eine solche für die Straßenbahn.

Damit zum Tag der offenen Tür auch alles wie am Schnürchen läuft, hatten sich am Samstag rund die Hälfte aller Mitarbeiter engagiert. Besondere Unterstützung bekamen sie vom Verein der Freunde der Gothaer Straßenbahn. Hier setzten sich mehr als 30 Mitglieder ein, um unter anderem die vielen Fragen der Besucher zu beantworten.

Besonderer Anlaufpunkt waren die zahlreichen Modelle, die im Verein gefertigt wurden. So eines vom Bahnhof Reinhardsbrunn, das Joachim Pietsch betreute. Vereinsmitglied Hans-Georg Pferner hat schon 1979 an dem Modell mitgearbeitet, dass die Schleife an der Endhaltestelle in Bad Tabarz zeigt. Von hier aus fährt die Miniatur-Thüringerwaldbahn hinauf zur Russenbrücke und weiter bis zu den Reinhardsbrunner Teichen.

Neben verschiedenen Schienenfahrzeugen und Betriebsführungen erwartete die Besucher ein Stand über die Ausbildung zur Fachkraft im Fahrbetrieb, Fachliteratur und andere Überraschungen. Und fürs leibliche Wohl war auch bestens gesorgt.

Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.