Im Kreis Gotha gibt es 131 ärztliche Niederlassungen

Gotha.  Die Kreisbehörde wirbt mit Kliniken seit Jahren um medizinischen Nachwuchs.

Mit Informationstouren wirbt der Landkreis Gotha bei angehenden Mediziner der Universität Jena für die Region. Im vergangenen Jahr kamen von links: Anne Haupt, Leonie Müller, Amtsärztin Andrea Lein, Sören Hoffmann und Christian Fischer.

Mit Informationstouren wirbt der Landkreis Gotha bei angehenden Mediziner der Universität Jena für die Region. Im vergangenen Jahr kamen von links: Anne Haupt, Leonie Müller, Amtsärztin Andrea Lein, Sören Hoffmann und Christian Fischer.

Foto: Franziska Gräfenhan

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Die Corona-Krise rückt die medizinische Versorgung im Landkreis Gotha stärker denn je ins Blickfeld. Angesichts voller Wartezimmer, langer Wartezeiten auf einen Facharzttermin und fehlender häuslicher Praxen im ländlichen Raum bestehe dringender Handlungsbedarf. Das werde durch die Altersstruktur der Ärzteschaft und einer älter werdenden Gesellschaft – laut Prognose werde 2040 das Durchschnittsalter in Thüringen 49,6 Jahre betragen – verstärkt. Darauf hat die CDU/FDP-Fraktion mit einer Anfrage im Kreistag aufmerksam gemacht, kurz bevor die ersten Covid-19-Infizierten in und um Gotha registriert wurden.

Aktuell seien 131 Ärztinnen und Ärzte im Kreis in selbstständiger Niederlassung, Stand: 20. Februar, berichtete Kreisbeigeordneter Thomas Fröhlich (CDU). Im Landkreis Gotha gibt es 67 Hausarztpraxen. Bei fachärztlichen Praxen bilden einschließlich Zahnmedizin die Stomatologen mit 119 Kollegen die größte Gruppe, gefolgt von Allgemeinmedizinern (57) und 25 Ärzten für Inneres. Über die Altersstruktur könne keine Auskunft gegeben werden. Das sehe die Verordnung über den öffentlichen Gesundheitsdienst nicht vor, erklärte Fröhlich.

Er erinnerte daran, dass bereits 2012 der Kreistag den damaligen Landrat Konrad Gießmann (CDU) beauftragt habe, Maßnahmen zur Verbesserung der ärztlichen Situation im Landkreis zu ergreifen. Den Anfang machte der inzwischen jährlich tagende Runde Tisch zur Hausarztversorgung. Bei der Gewinnung von Nachwuchs werden jährlich mit den beiden Kliniken in Gotha und Friedrichroda Informationstage Abiturienten angeboten, die mit einem Medizinstudium liebäugeln, führte Fröhlich weiter an. Angehende Ärzte geben dabei Auskunft über Studium, Ausbildung und Einkommenschancen.

Ferner führen die Kreisbehörde und die Uni Jena jährlich eine Informationstour durch den Landkreis mit Medizinstudenten durch. Sie bekommen dabei Einblicke in das hiesige öffentliche Gesundheitswesen, in Praxen niedergelassener Ärzte und Arbeit der Krankenhäuser. Auch wenn der Beschluss von 2012 formal 2018 abgearbeitet war, werde er nach wie vor fortgesetzt, sagte Fröhlich. Die letzte Praxistour mit Medizinstudenten fand im November vorigen Jahres statt.

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