Im Labyrinth der Waldwege

„Was für ein i-Phone hast du da?“, fragt mich ein Junge an einem Freitagmorgen – offenbar noch zu früh am Tag, denn ich schaue irritiert von meinem digitalen Kalender auf ...

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„Was für ein i-Phone hast du da?“, fragt mich ein Junge an einem Freitagmorgen – offenbar noch zu früh am Tag, denn ich schaue irritiert von meinem digitalen Kalender auf und überlege. Er begutachtet das Gerät und kommentiert wie ein Technikprofi, er habe ein neues Modell desselben Herstellers.

Wir stehen auf einem Schulhof und warten darauf, in den nahegelegenen Forst aufzubrechen. Ich reihe mich in die Kolonne der Fahrzeuge ein und versuche, im Wald angekommen, mir Fixpunkte einzuprägen, damit ich den Rückweg allein finde. Mitten im Grün bringt mir die moderne Technik ja doch nichts – kein Mobilfunkempfang, kein GPS, ist meine Prognose.

Die Grundschulkinder demonstrieren nicht für den Schutz der Natur, wie man es freitags nun schon auf der ganzen Welt gewohnt ist. Stattdessen helfen sie an diesem Tag dem Förster dabei, junge Bäume gegen ihre natürlichen Feinde auszurüsten. Eine sehr konkrete Idee, der bedrohten Natur zu helfen, denke ich mir und mache mich wieder auf den Rückweg zur Redaktion – nun auf mich allein gestellt im Labyrinth der Waldwege.

Und es kommt, wie es kommen musste: An einer Weggabelung sehe ich den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Der Griff zum Smartphone bringt auch nichts – null Balken. Ich entscheide, aufs Gas zu treten und auf das Beste zu hoffen. Irgendwo ist der Wald mal zu Ende, selbst in Thüringen.

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