Jeden Tag eine neue Herausforderung

Waltershausen.  Mitarbeiter der DRK-Sozialstation in Waltershausen kümmern sich auch in Corona-Zeiten um ihre Patienten.

Die 41-jährige Nicole Steube aus Hörselgau ist seit dem November 2013 als Pflegedienstleiterin im DRK-Seniorenbüro in Waltershausen tätig.

Die 41-jährige Nicole Steube aus Hörselgau ist seit dem November 2013 als Pflegedienstleiterin im DRK-Seniorenbüro in Waltershausen tätig.

Foto: Conny Möller

An der Tür zur Sozialstation des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Waltershausen hängt ein großer Zettel. Darauf wird hingewiesen, dass die Station des Gothaer Kreisverbandes aufgrund der aktuellen Situation und Allgemeinverfügung des Landkreises geschlossen bleiben muss. Für viele ältere Menschen, die dreimal in der Woche die zahlreichen Angebote der DRK-Sozialstation in Anspruch nehmen, stellt dies vor große Probleme. Alle aktuellen Infos im kostenlosen Corona-Liveblog

Seit dem Jahre 2001 ist die Sozialstation in dem Wohnkomplex in der Johann-Matthäus-Bechstein-Straße 44 ansässig. Die Mitarbeiter des ambulanten Pflegedienstes sorgen dafür, dass die älteren Menschen, die aufgrund ihres Alters, Krankheit oder durch eine Behinderung Hilfe in vertrauter Umgebung erhalten. Jeweils auf die jeweilige Situation angepasst, stellen die Mitarbeiter der Sozialstation verschiedene Angebote zusammen.

Derzeit kümmert sich die DRK-Sozialstation um die Betreuung von 130 Patienten, die nicht nur in Waltershausen leben, sondern auch in Hörselgau, Fröttstädt, Teutleben, Aspach, Trügleben, Mechterstädt, Laucha, Leina und den Waltershäuser Ortsteilen Ibenhain, Schnepfenthal, Wahlwinkel und Langenhain. Um sie kümmern sich tagtäglich 20 Mitarbeiter, erklärt Pflegedienstleiterin Nicole Steube, die 2013 die Leitung der Sozialstation übernommen hat.

Die 41-Jährige ist seit dem Jahre 2000 beim DRK-Kreisverband tätig. Die gelernte Krankenschwester, die in Hörselgau zuhause ist, hatte ihre Ausbildung am heutigen SRH-Krankenhaus Waltershausen-Friedrichroda absolviert und wechselte nach ihrer Ausbildung zum Deutschen Roten Kreuz. Die tägliche Arbeit mit den älteren Patienten mache ihr viel Freude, denn „jeder Tag ist anders“, erzählt sie.

Die Patienten, die das Team um Nicole Steube betreut, ist zwischen 70 und 100 Jahren alt. Sie wohnen teilweise noch in ihrer eigenen Wohnung oder bei Familienmitgliedern im Haus. „Manchmal haben wir auch Jüngere in der Betreuung“, verrät Nicole Steube. Das Aufgabengebiet der hier tätigen Mitarbeiter auf der Sozialstation ist vielseitig. Von Hauswirtschaft über Einkäufe bis hin zu Arztbesuchen ist alles dabei. Je nach Pflegegrad erfolgt die Pflege der vorwiegend behinderten oder bettlägerigen Patienten. „Wir versorgen momentan bis Pflegegrad 4 und das in zwei Schichten“, erklärt Nicole Steube.

Jeder Mitarbeiter der Sozialstation hat einen Tourenplan. Die ersten roten Fahrzeuge der Mitarbeiter, die vor der Sozialstation in Ibenhain stehen, starten früh um 6 Uhr. Zumeist sind diese dann bis Mittag 13 Uhr unterwegs. Die Spätschicht läuft dann von 15 bis 21 Uhr. Nachts gibt es noch eine Rufbereitschaft, die der Spätdienst dann mit abdecken muss.

Gerade jetzt in Corona-Zeiten ist es für die älteren Patienten besonders schwer. „Viele verstehen nicht, dass sie nicht mehr in die Sozialstation kommen können“, so Nicole Steube. Hier konnten sie dreimal die Woche - dienstags, mittwochs und donnerstags - verschiedene Angebote wie Spielenachmittage oder sportliche Aktivitäten nutzen. Das geht nun nicht mehr, denn seit vergangener Woche ist die Sozialstation geschlossen.