Junge Kantorin gibt ihren Konzert-Einstand in Ohrdruf

Ohrdruf.  Johanna Bergmann setzt in der Bachstadt Ohrdruf die Traditionslinie junger Kantoren aus Weimar fort.

Johanna Bergmann, neue Kantorin in Ohrdruf und angehende A-Kantorin der Musikhochschule Weimar,  neben dem Bachdenkmal am Turm der Michaeliskirche Ohrdruf, ihrer neuen Wirkungsstätte.

Johanna Bergmann, neue Kantorin in Ohrdruf und angehende A-Kantorin der Musikhochschule Weimar, neben dem Bachdenkmal am Turm der Michaeliskirche Ohrdruf, ihrer neuen Wirkungsstätte.

Foto: Wieland Fischer

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Das Konzert in der Trinitatiskirche Ohrdruf steht am zweiten Adventssonntag unter einem besonderen Vorzeichen. Johanna Bergmann liefert ihre musikalische Visitenkarte vor Publikum in der Bachstadt ab, unter anderem mit der Aufführung der Bach-Kantate „Bereite die Wege, bereite die Bahn!“

Die 23-Jährige ist die neue Kantorin in Ohrdruf. Die erste Anstellung dürfte für sie ein gutes Omen sein. Denn seit mehr als zehn Jahren verdienen sich dort, in der Regel im Zwei-Jahres-Rhythmus, junge angehende A-Kantoren der Musikhochschule „Franz Liszt“ Weimar ihre ersten Sporen. Was mit Sebastian Fuhrmann begann, setzten unter anderem Marco Lemme oder Christian Thadewald-Friedrich fort. Zwar haben alle jungen Kirchenmusiker dann den Sprung nach „oben“, in größere Orte vollzogen, doch das kirchenmusikalische Leben in der Kleinstadt, in der einst mehrere „Bachs“ als Kantoren wirkten und Johann Sebastian zur Schule ging, hat davon profitiert.

Mit den Jung-Kantoren der Weimarer Musikanten-Schmiede haben sich unter anderem die Ohrdrufer Bachtage entwickelt. Die sollen auch im kommenden Jahr ihre Fortsetzung finden, nicht in einer Woche, sondern verteilt von Bachs Geburtstag, 21. März, bis zum Sterbetag, 28. Juli.

Läuft für Johanna Bergmann alles wie gewünscht, wird sie auch das erste Bachfest Gotha-Ohrdruf 2021 mit dem Gothaer Kirchenmusikdirektor Jens Goldhardt vorbereiten. – Das größte Musikereignis, das es bis dato in Ohrdruf gegeben hat.

Die Möglichkeit zur Anstellung in Ohrdruf habe sie gerne ergriffen, sagt die gebürtige Hessin, die in Herborn aufgewachsen ist. Schon mit 13 Jahren habe sie den Wunsch gehabt, Kirchenmusikerin zu werden. „Zehn Jahre später habe ich meine erste Stelle bekommen.“ Ausschlaggebend sei damals ihre Kinderchorleiterin gewesen. „Sie hat mich begeistert.“ Seither arbeitet sie ganz gezielt darauf hin. Johanna Bergmann besuchte den Musik-Zweig des Elitegymnasiums in Schulpforta und studiert nun Kirchenmusik in Weimar.

Es sei durchaus von Vorteil, während des Studiums als Kirchenmusikerin zu arbeiten. Der Übergang ins Berufsleben sei fließender. Bei Nachfragen ist die Hochschule „in Reichweite“. Anderseits lerne sie Dinge, die an der Hochschule nicht gelehrt werden, zum Beispiel alles Organisatorische.

Jetzt bilden Proben und Auftritte mit der Kantorei, dem Kinderchor und dem Gospelchor den Schwerpunkt ihrer Arbeit. Sie fühle sich von der singenden Schar gut angenommen. Nach einem Auftritt zum Reformationstag in Luisenthal hätten Chormitglieder gesagt: Es sei so, als ob ihre neue Leiterin schon ewig da wäre.

Zu ihren Aufgaben gehören außerdem das Orgelspiel zu Gottesdienste an Sonn- und Feiertagen und Konzerte. Ihr Eröffnungskonzert am Sonntag beginnt mit einer doppelchörigen Vertonung des Chorals „Nun komm, der Heiden Heiland“ von Samuel Scheidt. Es folgen die beiden Adventskantaten „Kommst du, Licht der Heiden“ von Dietrich Buxtehude und „Bereite die Wege, bereite die Bahn!“ von Johann Sebastian Bach.

Adventskonzert am Sonntag, 8. Dezember um 17 Uhr in der St. Trinitatiskirche Ohrdruf mit der Kantorei Ohrdruf, einem Projektorchester der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ Weimar und Solisten: Frederike Sagebiel (Sopran), Mirjam Kavita Widmann (Alt), Manuel Bethe (Tenor), Tom-Elias Taubert (Bass), Leitung: Kantorin Johanna Bergmann.

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