Kinder sind als Waldretter im Einsatz

Eschenbergen  Zwei Schulen unterstützen den Thüringenforst beim Aufforsten in den Fahner Höhen. Wuchshüllen geben einer neuen Generation Wald Starthilfe.

Viele Bäume mussten in dem Waldgebiet gefällt werden. Damit junge Eichen geschützt wachsen können, bringen Moritz Schmidt (von links), Erik Martin, Hannes Gensbügel, Jürgen Schuchardt und sein Enkel Miro Wuchshüllen an.

Viele Bäume mussten in dem Waldgebiet gefällt werden. Damit junge Eichen geschützt wachsen können, bringen Moritz Schmidt (von links), Erik Martin, Hannes Gensbügel, Jürgen Schuchardt und sein Enkel Miro Wuchshüllen an.

Foto: Victoria Augener

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Meterhoch stapeln sich die gefällten Bäume auf dem Abtsberg. Etwas ratlos schauen die Kinder bei diesem Anblick zu Förster Ralf Kühnert. „Wenn es nach mir ginge, würden die Bäume noch im Wald stehen“, sagt er, „doch dem Wald geht es sehr schlecht.“

Das wollen die Schüler der Dachwiger Grundschule Geschwister Scholl mit ihren Lehrern und Verwandten ändern. Mit Spaten und Holzhämmern in den Händen ziehen sie los – als Waldretter. Wie viele Menschen, unterstützt auch die Gruppe aus Dachwig zusammen mit der Gemeinschaftsschule Tonna das Forstamt, das kürzlich zur ersten Waldretter-Woche aufgerufen hat. Rund 20 Aktionen gibt es dazu in ganz Thüringen, erklärt Ralf Kühnert. Schüler aus Gräfentonna waren zuvor schon in den Fahner Höhen im Einsatz gewesen.

Waldrettung, das soll mit Kunststoffröhren funktionieren. Ralf Kühnert gibt jedem der Schüler eine der Wuchshüllen in die Hand, dazu einen Stock. Ihr Einsatzgebiet ist eine Lichtung nahe der Sieben Gräber, wobei der Wald hier noch vor wenigen Jahren gar nicht so licht war. Das Orkantief Friederike wütete im Januar 2018 derart stark, dass Bäume umknickten und gefällt werden mussten. Eichensetzlinge, die vor einem Jahr gepflanzt wurden, sind die neue Hoffnung für dieses Stück Wald. Die Mädchen und Jungen ziehen los auf der Suche nach den Pflänzchen. Wie sie die Baumart mit den rundlichen Blättern erkennen, lernen sie spätestens aus dem Heimat- und Sachkundeunterricht.

Ist die Plastikröhre einmal über die Eichen gestülpt und befestigt, ist der junge Baum vor einem seinem größten Feinde geschützt: Wild. Rehe etwa knabbern gern an den zarten Trieben, bevor diese zu einem kräftigen Baum heranwachsen können. Mit der Wuchshülle sind die Bäume zehn Jahre geschützt, erklärt Ralf Kühnert, „und wenn der Baum oben herausragt, hat er es geschafft.“ Es wurden an diesem Morgen noch weitere Bäume gepflanzt, damit in die kahlen Lücken bald eine neue Generation Wald wächst.

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