Kindergarten Friedrichroda bekommt mit Anbau mehr Platz

Friedrichroda  Im „Purzelbaum“ wurde am Dienstag der Grundstein gelegt. Im bestehenden Haus wird der Brandschutz verbessert.

Die Baugrube für den Erweiterungsbau der Awo-Kindertagesstätte „Purzelbaum“ ist ausgehoben. Gestern wurde dort der Grundstein fürs Gebäude gelegt.

Foto: Claudia Klinger

40 Plätze mehr soll die Kindertagesstätte „Purzelbaum“ in Friedrichroda ab dem Sommer des nächsten Jahres bieten. Dafür wird ein Anbau errichtet, für den am Dienstag der Grundstein gelegt wurde. In die Hülse kamen Baupläne des Planungsbüros Lehrmann und Partner, Zeichnungen von „Purzelbaum“-Kindern, die aktuelle Tageszeitung, ein Friedrichroda-Kalender von 2019 und Euro-Münzen. Träger der Einrichtung ist die Arbeiterwohlfahrt (Awo).

„Dieser Tag heute ist etwas ganz Besonderes“, sagte Michael Hack, Geschäftsführer der Alten-, Jugend- und Sozialhilfe gGmbH (AJS) der Arbeiterwohlfahrt, die in Thüringen 54 Kitas betreibt. „Denn einen Kindergarten haben wir im Gegensatz zu Senioreneinrichtungen in den vergangenen 25 Jahren nur selten neu gebaut.“

Der Anbau, der voraussichtlich im Sommer 2020 fertig sein soll, wird die Kapazität der Kindertagesstätte auf 155 Plätze erhöhen. Die ersten Arbeiten haben bereits im März dieses Jahres begonnen.

Im Neubau entstehen drei Gruppenräume, Sanitärbereiche und eine Terrasse. Im Untergeschoss sind ein Domizil für den Hausmeister sowie große Abstellräume für Spielgeräte und Kinderwagen geplant. Die Geräte wurden bisher in Gartenschuppen gelagert. Diese können abgerissen und als Spielfläche im Freien genutzt werden.

„Gebaut wird aber auch im jetzigen Kindergarten. Dort verbessern wir den Brandschutz“, erklärt Michael Hack. Und durch einen neuen Fahrstuhl werde der Übergang vom Haupthaus zum Anbau künftig auch barrierefrei möglich sein.

Insgesamt werden 3,2 Millionen Euro investiert. Gefördert wird das Vorhaben aus einem Thüringer Programm für neue Kita-Plätze und der Städtebauförderung. „Es bleibt ein Eigenanteil von 1,2 Millionen Euro übrig“, sagt Thomas Klöppel (parteilos), Bürgermeister der Stadt Friedrichroda. „Dieses Geld wird von der Awo vorgestreckt, und wir zahlen es per Erbbaupachtvertrag über 30 Jahre zurück“, so Klöppel.

Auch der Bürgermeister freut sich sehr über die neuen Kindergarten-Plätze. „Die brauchen wir, denn es werden wieder mehr Kinder geboren“. Auch in den Ortsteilen Ernstroda und Finsterbergen habe die Stadt Friedrichroda in die Kindergärten investiert und dort die Kapazität jeweils um 20 auf 80 Plätze erweitert. „In Finsterbergen planen wir gerade den dritten Bauabschnitt, bei dem 2020 und 2021 unter anderem die Elektrik erneuert werden soll.“

Die rund 100 Jahre alte Villa in Friedrichroda war ursprünglich als Krankenhaus gebaut worden und fungiert seit den 1970er-Jahren als Kindergarten. Die Stadt habe in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder in das Gebäude investiert.

Derzeit gibt es dort neun Gruppenräume für 115 Kinder – betreut werden mit Ausnahmegenehmigung jedoch 135, weil der Bedarf so groß ist. Um die Steppkes kümmern sich 25 pädagogische Mitarbeiter und vier technische Kräfte. „Mit der Erweiterung brauchen wir etwa fünf neue Erzieher“, schätzt Michael Hack. „Nach denen halten wir bereits Ausschau“, sagt Ute Biedermann-Krauß, die Kita-Leiterin. „Bei Praktika von Auszubildenden merken wir schon, wer zu uns passen könnte.“

Der Kindergarten hat außer dem Anbau 2019 noch etwas zu feiern: 25 Jahre Awo-Trägerschaft. „Wir sind zertifizierte Sprach-Kita und haben das Jubiläumsjahr unter das Motto ‚Theater als Begegnungsstätte aller Sprachen und Kulturen‘ gestellt. Dazu sind viele Veranstaltungen geplant“, so die Leiterin.

Zu den Kommentaren