Fragen Sie Professor Schunk

Konsequenz beim Essen ist das A und O

Werner Schunk aus Gotha ist Arzt und Autor.

Werner Schunk aus Gotha ist Arzt und Autor.

Foto: Claudia Klinger

Professor Schunk zu Diabetes gerade bei Hitze.

Es ist ein Stück weit auch der Fluch unseres Wohlstandes und der Chance, immer älter zu werden. Der Diabetes Typ 2 ist in der westlichen Welt massiv auf dem Vormarsch. Während der Typ 1, meist angeboren, die jungen Menschen betrifft, ist der Typ 2 eine Erkrankung der erwachsenen und vor allem älteren Menschen. Die Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse reicht nicht mehr aus oder das Organ ist überfordert.

Eine hohe Zucker-(Glukose)-Zufuhr über die Nahrung kann nicht mehr entsprechend reguliert werden. Es kommt zu einer ständigen Blutzuckererhöhung (Hyperglykämie). Der Nüchtern-Grenzwert nach acht Stunden ohne Kalorienzufuhr sollte bei 100 mg/100 ml oder 5,6 mmol/l liegen. Auch eine Unterzuckerung, das sind dann 60 mg/100 ml oder weniger als 3,3 mmol/l, kann zum Problem werden.

Dabei ist zwar der aktuelle Tages-Blutzuckerwert wichtig, aber insgesamt viel wichtiger ist der Langzeit-Blutzuckerwert, der sogenannte HBA1c-Wert. Er ist so wichtig, weil er die höchsten Blutzuckerwerte von mindestens den letzten zwei bis drei Wochen im roten Blutfarbstoff, den sauerstofftransportierenden Erythrozyten, sammelt und damit einen zuverlässigen Einblick in den Funktionsablauf gestattet.

Gerade bei großer Hitze sind Kreislauf und Nerven stark belastet, was ein Diabetiker bei allen Handlungen berücksichtigen muss. Diabetes Typ 2 lässt sich heute optimal einstellen, so dass die Nebenwirkungen nicht zu früh auftreten und auch gut behandelt werden können – immer unter der Voraussetzung einer guten Blutzucker-Einstellung und laufender Kontrolle. Das A und O sind die disziplinierte Ernährung und ausreichende Bewegung. Das hat jeder Betroffene selbst in der Hand und natürlich im Kopf.