Krankenstand in Gotha in Corona-Krise gesunken

Kreis Gotha.  Gesundheitsreport: Im ersten Halbjahr 2020 gibt es weniger Atemwegserkrankungen als im Grippejahr 2018.

Antje Orthey, Leiterin des DAK-Servicezentrums Gotha, legt den Gesundheitsreport für 2019 und das erste Halbjahr 2020 vor.

Antje Orthey, Leiterin des DAK-Servicezentrums Gotha, legt den Gesundheitsreport für 2019 und das erste Halbjahr 2020 vor.

Foto: Wieland Fischer

Trotz Corona-Krise ist der Krankenstand im Kreis Gotha im ersten Halbjahr 2020 gesunken. Das zeigt der nun vorliegende DAK-Gesundheitsreport für 2019. Das Besondere des Reports diesmal ist, dass neben den Daten des Vorjahres auch die der ersten sechs Folgemonate berücksichtigt werden, sagt Antje Orthey, Leiterin des Servicezentrums Gotha.

Bemerkenswert nennt sie auch, dass die Fehlzeiten bei Atemwegserkrankungen im Landkreis im Vergleich zum Vorjahr zwar um 18 Prozent zunahmen, aber immer noch unterhalb des Wertes aus dem Grippejahr 2018 lagen. Mit 4,9 Prozent gab es in der Region einen niedrigeren Krankenstand als im Landesdurchschnitt (5,2 Prozent). An jedem Tag des ersten Halbjahres waren von 1000 Arbeitnehmern 49 krankgeschrieben.

Die Krankenkasse hat etwa zehntausend Mitglieder im Landkreis Gotha. Im gesamten Vorjahr betrug der Krankenstand der im Kreis Gotha Versicherten 5,6 Prozent. Das sei im Vergleich zu Thüringen und bundesweit relativ hoch, sagt Antje Orthey. Eine hieb- und stichfeste Erklärung gebe es dafür nicht.

Es gibt mehr psychische Erkrankungen

Die verletzungsbedingten Fehltage nahmen um 41 Prozent und damit am stärksten von allen Diagnosen ab. Weniger Fehlzeiten entfielen auch auf Muskel-Skelett-Erkrankungen. Rückenschmerzen und Co. gingen zwar um 33 Prozent zurück, verursachten aber erneut den größten Anteil am Krankenstand in der Region. Krankschreibungen aufgrund psychischer Erkrankungen wie Depressionen stiegen hingegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast 41 Prozent an.

Besonders im Blickfeld stehen momentan die Atemwegserkrankungen. Patienten mit leichten Erkältungssymptomen konnten sich von März bis Ende Mai telefonisch krankschreiben lassen – jetzt wieder. Auf diese Weise lasse sich eine Überlastung der Praxen und das Infektionsrisiko insgesamt reduzieren, sagt Antje Orthey. Sie und ihre Mitarbeiter registrieren, dass es vermehrt Anfragen gebe, inwieweit telefonische Krankschreibung möglich sei.

Der Report hat ergeben, dass mehr als die Hälfte aller Fehltage auf drei Krankheitsarten zurückführen ist. An erster Stelle stehen Muskel-Skelett-Probleme wie Rückenleiden. Sie sind für jeden vierten Fehltag von Beschäftigten in der Region verantwortlich. Bürojobs, falsche Körperhaltung während der Arbeit und wenig Muße, sich in der Freizeit präventiv zu begegnen, könnten dafür eine Ursache sein, mutmaßt Antje Orthey.

Mehr für die eigene Gesundheit tun

Danach folgen psychische Erkrankungen wie Depressionen mit 14 Prozent. Homeoffice und die Sorge um den Arbeitsplatz und Familienangehörige könnten dazu beitragen. Verletzungen stehen mit 13 Prozent an dritter Stelle.

Der Gesundheitsreport diene auch dazu, vorbeugend aktiv zu werden. Er solle mit dazu beitragen, noch mehr Menschen zu sensibilisieren, mehr für ihre eigene Gesundheit zu tun. „Wir wollen mit den Zahlen die Augen öffnen“, sagt Antje Orthey. Sie verweist zum Beispiel auf betriebliches Gesundheitsmanagement, auf Webinare und Online-Workshops für Firmen. Während der Corona-Zeit sei die Digitalisierung weiter voran geschritten. Das gehe so weit, sich Gesundheitstipps von der Couch aus am Computer zu holen. Der Vorteil: Sie lassen sich in den Corona-Alltag leichter integrieren.

In Zahlen:

Der Krankenstand in Gotha ist im ersten Halbjahr 2020 gesunken.

Die Zahl der Erkrankungen nahm trotz der Corona-Pandemie im Vergleich zum Vorjahr um 0,6 Prozentpunkte ab.

Laut DAK-Gesundheitsreport Report waren an jedem Tag des ersten Halbjahres 2020 von 1000 Arbeitnehmern 49 krankgeschrieben. Im gesamten Vorjahr 2019 betrug der Krankenstand in Gotha 5,6 Prozent. Der höchste Krankenstand in Thüringen wurde 2019 mit jeweils 5,8 Prozent in Eisenach und dem Wartburgkreis sowie im Landkreis Schmalkalden-Meiningen verzeichnet, der niedrigste mit 4,9 Prozent in der Landeshauptstadt Erfurt.

Die Auswertung des Reports in Gotha zeigt, dass die Fehlzeiten bei Atemwegserkrankungen im Vergleich zum Vorjahr zwar um 18 Prozentzunahmen, aber immer noch unterhalb des Wertes aus dem Grippejahr 2018 lagen.

Mehr als die Hälfte aller Fehltage lässt sich auf drei Krankheitsarten zurückführen. Muskel-Skelett-Probleme wie Rückenleiden, danach folgen psychische Erkrankungen. Verletzungen stehen an dritter Stelle