Landkreis Gotha beschließt neue Einschränkungen

Kreis Gotha.  Gotha überschreitet mit seinen Neuinfektionen einen Grenzwert. Nun soll die Maskenpflicht ausgeweitet werden.

Im Herzoglichen Museum in Gotha weist auch die Statue von Herzog Ernst II auf die Maskenpflicht hin. Nun könnte die Maßnahme im öffentlichen Raum ausgeweitet werden (Archiv-Foto).

Im Herzoglichen Museum in Gotha weist auch die Statue von Herzog Ernst II auf die Maskenpflicht hin. Nun könnte die Maßnahme im öffentlichen Raum ausgeweitet werden (Archiv-Foto).

Foto: Conny Möller

Drei weitere Infektionen mit dem Coronavirus sind im Landkreis Gotha nachgewiesen worden. Wie das Landratsamt mitteilt, sinkt dafür die Zahl der Erkrankten deutlich. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog

Zehn Personen sind in den vergangenen 24 Stunden genesen. Noch 58 Menschen sind derzeit an Covid-19 erkrankt. Nachdem am Montag niemand mehr wegen der Infektion im Krankenhaus behandelt werden musste, sind es am Dienstag wieder zwei. Unverändert liegt die Zahl der Todesfälle bei 31.

In sieben Tagen sind somit rund 34,8 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner im Kreis Gotha nachgewiesen worden. Damit liegt der sogenannte Inzidenzwert knapp unter der Grenze von 35, die neue Maßnahmen erfordert. Am Dienstagabend arbeitete der Landkreis an einer Allgemeinverfügung. Wie Pressesprecher Adrian Weber mitteilte, solle diese Einschränkungen bei Veranstaltungen und Zusammenkünften sowie eine Ausweitung der Maskenpflicht mit sich bringen. Der Verfügungstext befand sich zu Redaktionsschluss noch in der Endabstimmung.

Mit sofortiger Wirkung wurden am Dienstag die Bürgerhäuser in der Stadt Waltershausen und ihren sieben weiteren Ortsteilen für private Feiern geschlossen. Es lägen aber ohnehin keine Anmeldungen für solche Treffen vor, sagt Bürgermeister Michael Brychcy (CDU). Dies sei eine Reaktion auf die steigenden Fallzahlen positiver Tests auf das Sars-Cov2-Virus. Jedoch könnten Sitzungen der Vorstände von Vereinen oder auch Sitzungen der Ortsteilräte weiter stattfinden. Gerade da sei es wichtig, die großen Räume zu nutzen, um gut Abstände wahren zu können und ein Hygienekonzept vorzulegen.

Der Waltershäuser Stadtrat wolle auch weiterhin Fraktionssitzungen, Sitzungen der Ausschüsse und Stadtratssitzungen absolvieren. Allerdings werde dafür, wie bereits im Frühjahr und Sommer bewährt, der große Saal im Freizeitzentrum „Gleisdreieck“ und nicht der kleinere historische Saal im Rathaus am Markt genutzt. Das Rathaus selbst ist geschlossen. An der Tür ist unübersehbar der Aushang angebracht, der auf die Telefonnummer 03622/6300 und Terminabsprachen verweist. Die Verwaltungsmitarbeiter sind jedoch da.

Es gehe vor allem darum, Menschenansammlungen und Schlangenbildung zu vermeiden, so Brychcy. Wer zum Bäcker oder Fleischer gehe, sehe die Schlange schon vorher. In den Ämtern sei das nicht der Fall, gerade wenn die Sprechzimmer sich in einer der oberen Etagen befinden. Wer kein Telefon nutzen kann, könne sich im Notfall sogar einen Termin über die Sprechanlage des Rathauses am Markt geben lassen.

Auch sei zu überlegen, wie man die Nutzung der Turnhalle rechtzeitig der neuen Lage anpasst. So sei die Dreifelder-Halle an der Grund- und Regelschule in der ersten Woche nach den Ferien voll belegt. Das werde so nicht umsetzbar sein, gibt Brychcy zu bedenken. Eine Turnhalle sei nun mal schlechter zu belüften als beispielsweise sein Büro. Auf jeden Fall werde die Zeit der Nutzung drastisch reduziert oder die Turnhalle ganz für den Vereinssport gesperrt.

Am Dienstagnachmittag führte er dazu ein Gespräch mit den Vereinsvorsitzenden. Sport im Freien solle aber weiterhin möglich sein. Es werde in Waltershausen auch keinen Weihnachtsmarkt geben und keinen Flohmarkt für Kindersachen im Freizeitzentrum Gleisdreieck. Hauptziel sei, einen generellen Lockdown zu vermeiden. Wichtig sei, dass Gaststätten, Läden, Schulen, Kindereinrichtungen und die Industrie nicht schließen müssten, so Brychcy.