Matthias Hey: „Die GroKo ist so beliebt wie Fußpilz“

Gotha.  Der Gothaer SPD-Fraktionsvorsitzende im Thüringer Landtag sieht in der Vorsitzenden-Wahl seiner Partei eine Richtungsentscheidung.

Matthias Hey aus Gotha ist SPD-Fraktionsvorsitzender im Thüringer Landtag.

Matthias Hey aus Gotha ist SPD-Fraktionsvorsitzender im Thüringer Landtag.

Foto: Sascha Fromm

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Matthias Hey aus Gotha, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Thüringer Landtag, sieht im Ausgang des Mitgliedervotums über das neue Spitzenduo seiner Partei eher eine Richtungs- als eine Personenentscheidung. Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans waren am Samstagabend als Sieger der Stichwahl verkündet worden. Der frühere nordrhein-westfälische Finanzminister und die Bundestagsabgeordnete aus Baden-Württemberg gewannen per Mitgliederentscheid mit 53,06 Prozent der Stimmen. Ihre Konkurrenten, Vizekanzler Olaf Scholz und Klara Geywitz aus Potsdam, kamen auf 45,33 Prozent.

„Ich habe jedenfalls in den vergangenen Tagen mit vielen SPD-Mitgliedern gesprochen, die sich eine Politikänderung wünschen und dass der Kuschelkurs unserer Partei in der Großen Koalition mit der CDU aufgegeben wird. Das ist ja etwas, das Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans als Ziel genannt haben“, sagte Matthias Hey auf Anfrage unserer Zeitung.

Man müsse das Ergebnis deshalb als Hausaufgabe für die SPD betrachten. Es werde jetzt keine Revolution geben, aber es könne nicht so weitergehen wie bisher. Dafür sei die Entscheidung gegen Vizekanzler Olaf Scholz, der an der GroKo festhalten wolle, zu eindeutig, meint der Landtagsabgeordnete.

Er habe sich auch an der Abstimmung beteiligt, seine eigentlichen Favoriten seien aber bereits im ersten Wahlgang gescheitert. „Nun hatte ich Olaf Scholz und Klara Geywitz auf dem Zettel, aber vor allem deshalb, weil ich sie kenne und ihnen zutraue, so eine große Partei wie die SPD führen zu können“, erklärt Hey. Die anderen beiden seien ihm zu unbekannt, wobei er ihr Ansinnen, die Große Koalition zu beenden, gut finde. „Die GroKo ist so beliebt wie Fußpilz und schadet sowohl der SPD als auch der CDU.“

Die jahrelange Zusammenarbeite habe beide Parteien unter Zugzwang gebracht. Eine Trennung würde ihnen ermöglichen, ihr eigenes Profil wieder zu schärfen. „Es kann doch nur gut sein, wenn die Menschen endlich wieder sehen, wofür jede Partei steht“, findet Matthias Hey.

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