Wort zum Sonntag für den Kreis Gotha

Mehr als handfeste Hilfe

Gemeindereferentin Olivia Schäfer über die Bedeutung des Christseins.

Olivia Schäfer ist Gemeindereferentin in St. Bonifatius Gotha.

Olivia Schäfer ist Gemeindereferentin in St. Bonifatius Gotha.

Foto: Florian Schäfer

Wenn ich mit Schülerinnen und Schülern im Religionsunterricht über die Bedeutung des Christseins spreche, dann stelle ich immer die Frage: Was ist typisch christlich? Und beinahe immer kommt die Antwort: Helfen.

Helfen ist gut und wichtig, aber als Antwort auf diese zentrale Frage ist das wohl zu wenig. Denn helfen tut mir auch mein Zahnarzt oder mein Bruder beim Wechseln der Winterreifen. Viele geben Geld für Menschen in Not und helfen damit. Andere sind gerade jetzt in der Krisenzeit besonders hilfsbereit. Auch Menschen, die nicht religiös sind oder Agnostiker setzen sich für andere ein. Helfen ist keine exklusive christliche Angelegenheit oder ausschließlich kirchlicher Anspruch. Gott sei Dank!

Was ist aber ist das eigentlich christliche Motiv am Helfen? Das Sonntagsevangelium gibt darauf eine für alle Zeiten gültige Antwort. Jesus sagt: „Amen ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder (und Schwestern) getan habt, das habt ihr mir getan.“

Wenn ich also etwas tue, dann nicht, um gut dazustehen, nicht um mein Gewissen zu beruhigen, oder weil man das eben so macht, sondern weil man Jesus selbst hilft, der zum Nächsten geworden ist.

Was du tust, das tu für Jesus! So verstehe ich Jesu Aussage. Das kann ganz praktische, handfeste Hilfe sein. Für mich heißt es auch, an andere zu denken, für sie zu beten, sie in Gedanken mit in den Gottesdienst nehmen.

Was ist typisch christlich? In meinen Mitmenschen Jesus Christus sehen, und an ihnen entsprechend zu handeln!

Olivia Schäfer ist Gemeindereferentin der Kirchgemeinde St. Bonifatius Gotha.