Nächster Roman soll in Gotha entstehen

Gotha.  Ihre Zeit als Gothaer Stadtschreiberin beginnt für die Soziologin Katharina Müller im April.

Katharina Müller (links) tritt die Nachfolge von Birgit Ebbert als Kurd-Laßwitz-Stipendiatin in Gotha an.

Katharina Müller (links) tritt die Nachfolge von Birgit Ebbert als Kurd-Laßwitz-Stipendiatin in Gotha an.

Foto: Victoria Augener

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Das Kurd-Laßwitz-Stipendium lockt seit zwölf Jahren Autorinnen und Autoren nach Gotha. In einer Gegend, die viele der Preisträger zu Beginn kaum kennen, sollen sie Stadtschreiber sein – das Geschehen dokumentieren und mit der eigenen Lektüre inspirieren. Auf Diplom-Pädagogin Birgit Ebbert folgt 2020 die Soziologin Katharina Müller.

Nachhaltig beeindruckt verlässt Birgit Ebbert Gotha, wie sie bei ihrer Abschiedslesung in der Stadtbibliothek bekennt. Natürlich sei es schwer zu begreifen, was sie in ihrer Präsenzzeit erlebt hat. Ein halbes Jahr Gotha sind für sie rund 10.000 Fotos und mehrere Millionen getippte Zeichen. So schrieb sie 30 Artikel, die als Kolumnen auch in dieser Zeitung zu lesen waren.

Hinzu kommen Beiträge für ihren persönlichen Blog. Vor die Linse holte sie sich Bauhauskunst, Stadtszenerien und Ostereier. Nicht zuletzt Lehrstunden in der Faltkunst Origami brachten sie den Gothschen näher. Passend war da auch, was sie den Gästen zu ihrer Abschiedslesung mitgebracht hatte: Faltherzen und Hagener Wacholderkugeln. „Das Ruhrgebiet wird einfallen“, warnt Ebbert, die aus dem nordrhein-westfälischen Hagen stammt. Immerhin habe sie ihre guten Erfahrungen mit Gotha offen weitergetragen.

Gotha spielt auch in ihrem aktuellen Buch, einem Kinderkrimi, eine Rolle. In „Regenbogenblitze“ gehen Jugendliche etwa auf dem Hauptmarkt Rätseln nach. Simultan arbeitete Birgit Ebbert in Gotha an einem Roman über Herti Kirchner, eine früh verstorbene Schauspielerin, die sich in den 1930er-Jahren im Umfeld Erich Kästners bewegte.

„Jeder Stipendiat hat in seiner Zeit in Gotha eigene Akzente gesetzt“, sagt Oberbürgermeister Knut Kreuch (SPD). Für Katharina Müller könnte es das Umweltbewusstsein sein. Ihre Arbeit an einem Buch darüber will sie in Gotha fortsetzen, kündigt die Berlinerin an. Wenn ihre Präsenzzeit im April beginnt, muss auch sie sich mit einer Stadt beschäftigen, die ihr bis dahin fremd war. Katharina Müller studierte Soziologie und kreatives Schreiben. Auslandsaufenthalte führten sie für längere Zeit nach Frankreich, Großbritannien und in afrikanische Regionen.

Mit Thüringen verbindet Katharina Müller ihre erste ostdeutsche Freundin nach der Wende, die aus Erfurt kam. „Thüringen erweckt in mir viele positive Bilder“, sagt sie und freut sich auf die kommende Zeit. Sie habe die Erfahrung gemacht, besonders in mittleren Städten viele engagierte Menschen zu treffen. Viele Begegnungen und interessante Projekte erhofft sie sich deshalb in Gotha. Dabei reize sie besonders die Arbeit mit Jugendlichen, etwa im sprachpädagogischen Kontext, aber auch mit Erwachsenen. Auch sie nimmt sich vor, in Gotha einen Roman mit Thüringer Schauplätzen zu schreiben.

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