Nesse-Apfelstädt: Aller Anfang ist schwer in verwaisten Jugendclubs

Nesse-Apfelstädt  Stephan Kornitzky stellt sich der Herausforderung als Jugendsozialarbeiter für die Gemeinde Nesse-Apfelstädt.

Zu seiner Premiere, für die Gestaltung seiner ersten Ferienfreizeit, hat Jugendsozialarbeiter Stephan Kornitzky bereits diverse Dekorationen gebastelt, die mit auf die Reise gehen , wenn in Engelsbach die Welt der Dinosaurier erkundet wird.

Foto: Hartmut Schwarz

Es hat seine Zeit gebraucht, bis Stephan Kornitzky endlich zu dem Beruf gefunden hat, mit dem er sich identifizieren kann, auf dessen Herausforderungen er sich täglich freut. Vor seiner Ausbildung zum Erzieher versuchte er sich als Umweltschutztechniker, Kaufmännischer Assistent und Lagerlogistiker. Alles hat ihn nicht erfüllt.

Ein Praktikum in einem Kindergarten öffnete ihm dann die Augen. Die Arbeit mit den Kindern machte ihm so viel Spaß, dass er sich entschloss noch einmal die Schulbank zu drücken – fünf Jahre lang.

Im April vergangenen Jahres hat er seine Ausbildung als Erzieher abgeschlossen. Im Juni dieses Jahres wurde er vom Kreisjugendring Gotha eingestellt – als Jugendsozialarbeiter für die Gemeinde Nesse-Apfelstädt. Im Alter von inzwischen 31 Jahren hat er am 16. Juni seinen neuen, seinen ersten Wirkungskreis übernommen – mit vielen Ideen und auf der Suche nach Kontakt.

Erster Einsatz mit einer Ferienfreizeit

Was nicht ganz leicht ist, weil die Jugend der Gemeinde seit fast einem Vierteljahr auf sich allein gestellt war. Zwar hat es im Ort über viele Jahre mit Eileen Rohbock eine engagierte Jugendsozialarbeiterin gegeben, die viel in die Wege geleitet hat – mit ihrer Schwangerschaftspause fiel die Jugendarbeit allerdings in ein tiefes Loch.

Es sei sehr schwer eine fachkundige Vertretung für den Bereich der Jugendarbeit zu finden, erklärt Petra Grensemann, die Geschäftsführerin des Kreisjugendrings Gotha. Zwar habe man eine Vertretung gefunden, die nach drei Monaten allerdings kündigte, weil sie eine Festeinstellung fand. Letztmals etwas mit und für die Jugend auf die Beine gestellt, wurde in der Gemeinde im März. Seitdem liegt der Jugendclub brach. Mit Stephan Kornitzky soll sich das jetzt ändern. Seine Einstellung sei jetzt über die örtliche Jugendpauschale, mit einer Förderung des Landes und des Landkreises und mit finanzieller Unterstützung der Kommune ermöglicht worden, freut sich Petra Grensemann. Und sie ist sicher, genau den richtigen Mann für die Aufgabe gefunden zu haben. Der nicht nur in der Gemeinde, sondern auch im Landkreis eine Bereicherung ist. Seinen „Einstand“ wird er mit der Begleitung einer Ferienfreizeit in Engelsbach geben, die bereits komplett belegt ist. Freie Plätze gebe es noch für ein von Stephan Kornitzky begleitetes Radcamp vom 31. Juli bis 2. August am Alperstedter See – mit Übernachtung in schwimmenden Hütten. Dank einer Förderung des Kreises kostet das Camp pro Person nur 65 Euro (Verpflegung inklusive).

Nach der Ferienzeit allerdings, sollen in der Gemeinde Nesse-Apfelstädt Nägel mit Köpfen gemacht werden. Einige Projekte seiner Vorgängerin, wie die Renovierung des Jugendclubs, sollen fortgesetzt werden – neue Projekte sollen dazu kommen.

Jugendliche sollen Wunschzettel schreiben

Der bislang kaum genutzte Außenbereich könnte als Grill-Zone mit Kräutergarten umgestaltet werden. Denkbar wären auch Graffiti-Projekte oder gemeinsames Musizieren. Gern bringt er auch Interessierten die ­wichtigsten Griffe für die Gitarre bei.

Wichtig sei, dass den Kindern und Jugendlichen nichts ­aufgedrängt werden soll. Sie ­sollen gern und freiwillig kommen.

Nach den Ferien will sich der neue Jugendsozialarbeiter in den zur Gemeinde gehörenden Schulen vorstellen – mit seinen Ideen und Visionen und dem Angebot zur Zusammenarbeit. Gern dürfe es auch ein „Wunschzettel“ sein, was sich die Jugendlichen in ihrem Jugendclub wünschen.

Dies gelte für den Club im Mehrzweckgebäude von Neudietendorf und für den Club in Gamstädt, die ebenfalls von ihm betreut werden. Geplant sei im September außerdem ein Tag der offenen Tür – an dem auch die Eltern willkommen sind.

Stephan Kornitzky freut sich jederzeit über Anfragen und Anregungen unter Telefon: 0151/11 34 48 07

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