Quarantäne in Gothaer Gemeinschaftsunterkunft aufgehoben

Gotha.  In der Gothaer Gemeinschaftsunterkunft in der Leinastraße kehrt wieder Alltag ein. Die Infektionszahlen im Landkreis Gotha sind leicht gestiegen

Die Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber in der Gothaer Leinastraße dürfen die Einrichtung wieder verlassen.

Die Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber in der Gothaer Leinastraße dürfen die Einrichtung wieder verlassen.

Foto: Peter Riecke

Um zwei positiv getestete Personen gegenüber dem Wochenende hat sich die Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten erhöht, die jetzt laut Robert-Koch-Institut bei 272 liegt. Davon erkrankt sind nach wie vor 144 Personen, 28 werden stationär behandelt. Genesen sind 110, allerdings ist eine weitere Person verstorben, sodass die Zahl der Toten jetzt bei 18 liegt. Alle aktuellen Entwicklungen gibt es auch im kostenlosen Corona-Liveblog.

Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft dürfen die Einrichtung wieder verlassen

In der Gothaer Gemeinschaftsunterkunft in der Leinastraße ist der Alltag wieder eingekehrt. Nach fast zweiwöchiger Quarantäne können die Bewohner die Einrichtung wieder verlassen. Am 21. April waren bei 15 Bewohnern sowie einer Mitarbeiterin Infektionen mit dem Coronavirus festgestellt worden. Gegenwärtig befindet sich noch ein Bewohner in Quarantäne, die aber in den nächsten Tagen ausläuft, wie Sabine Köhler, Vorstand des Kreisverbandes Gotha des Deutschen Roten Kreuzes, bestätigte.

Vor genau fünf Jahren hatte der DRK-Kreisverband die Heimleitung des Objektes in der Leinastraße übernommen. Betreiber ist nach wie vor der Landkreis Gotha. Gegenwärtig leben 66 Personen aus Afghanistan, von der Elfenbeinküste, aus Äthiopien, Irak, Iran, Somalia, Syrien, der Russischen Föderation und Eritrea in dem Objekt.

Familien kommen gut miteinander aus

Einige waren zuvor in der Gemeinschaftsunterkunft Kindleber Straße untergebracht, dessen Betreibungsvertrag Ende März ausgelaufen ist. Die letzten Bewohner hatten am 28. Februar das Objekt in Gotha-Ost verlassen, teilt Kreis-Pressesprecher Adrian Weber mit. Zwei Mitarbeiterinnen des DRK-Kreisverbandes kümmern sich um die Belange der im Objekt Leinastraße lebenden Familien.

Darunter sind auch sieben Kinder im Alter von fünf Monaten bis sechs Jahren. „Unbegleitete Kinder und Jugendliche haben wir nicht“, sagt Sabine Köhler. Aber trotzdem gilt diesen Familien eine gewisse Aufmerksamkeit. „Unsere beiden Mitarbeiter haben ein gutes Händchen in der Betreuung“, schätzt die Vorstandschefin deren Arbeit ein. Besonders als das gesamte Objekt durch das Gesundheitsamt unter Quarantäne gestellt wurde. Nach Aussage von Köhler gab es keine Proteste unter den Bewohnern. Alle hätten verstanden, dass es wichtig sei, die Unterkunft nicht zu verlassen.

Bewohner haben Gebäude auf Vordermann gebracht

Das Haus, das früher als Lehrlingswohnheim der Gobi genutzt wurde, hat im hinteren Teil des Grundstückes einen großen Hof mit Grünfläche. Den haben die Bewohner gemeinsam in Ordnung gebracht. So wurde die Rasenfläche gemäht, Unrat beseitigt und aufgeräumt. Des Weiteren haben sie in der Zeit alle Fenster im Haus geputzt. Und die Frauen der Familien haben einen Plan erstellt, wer zu welcher Zeit die Küche benutzen darf. „Daran haben sich alle gehalten und es ist zu keiner weiteren Ausbreitung der Infektion gekommen“, lobt Köhler.

Versorgt wurden die Bewohner während der Quarantänezeit vom DRK-Kreisverband. Sie brachten kistenweise Lebensmittel, vor allem aber frisches Obst und Gemüse, Brot und Yoghurt. „Wir haben in der Zeit die Lebensmittel von der Tafel Gotha übernommen“, erklärt Köhler. Natürlich hoffen jetzt alle, dass keine Infektionen mehr auftreten.