Sängerkranz Laucha zum Chortreffen in Mechterstädt

Mechterstädt  Der Sängerkranz Laucha lädt an diesem Sonntag befreundete Chöre zum gemeinsamen Singen im Wald ein.

Der Sängerkranz Laucha tritt beim Chortreffen im Tränksgrund bei Mechterstädt auf.

Der Sängerkranz Laucha tritt beim Chortreffen im Tränksgrund bei Mechterstädt auf.

Foto: Christian Schuchardt/Sängerkranz Laucha

Singen macht Spaß, Wandern nicht minder. Wann genau die Mitglieder des Vokalensembles Sängerkranz Laucha auf die Idee kamen, beides zu verbinden, lässt sich nicht mehr ganz genau ermitteln. Sicher sind sie sich, dass es ab 2012 regelmäßig eine jährliche Wanderung zum Tränksgrund im Lauch’schen Holz gibt. Von Anfang an haben sich die Chormitglieder nicht allein auf den Weg gemacht. Ebenso schnürten Sänger aus der Region ihre Wanderschuhe. Eine Sternwanderung zum gemeinsamen Singen war also aus der Taufe gehoben. Und auch in diesem Jahr erklingen kräftige und schöne Stimmen mitten im Wald.

Am kommenden Sonntag, 18. August, finden sich neben dem Gastgeber der Männerchor 1882 Schönau an der Hörsel, der Phönixchor aus Waltershausen und der Volkschor Kromsdorf im Tränksgrund ein. Pünktlich 12 Uhr erklingt dann das erste Lied. „Über die Kromsdorfer Gäste freuen wir uns ganz besonders“, sagt Vorstand Ralf Werner. Dessen Leiter, André Schmidt, hat mit den Lauchaer Sängern bereits erlebnisreiche Workshops veranstaltet.

Natürlich, wer im Wald singt, wird für diesen Ort auch spezielles Liedgut vorbereitet haben. „Das machen alle Chöre, auch wir haben unser Programm darauf abgestimmt, doch eben nicht ausschließlich.“ Was die Lauchaer darbringen, will Chorleiter Helge Wolf nicht verraten. Für ihn ist es ohnehin Ziel, dass es den Sängern gelingt, die Stimmung in den Liedern auf die Zuhörer zu übertragen. Sie sollen, sagt er, die Freude oder die Trauer spüren, die den Komponisten geleitet haben.

Als 1885 sich 31 Sangesfreunde im Dorf zusammenschlossen, formulierten sie in ihren Statuten auch, dass die Sänger mit der nötigen Ernsthaftigkeit ans Werk zu gehen haben. Wer die Singstunde schwänzte, hatte zehn Pfennig Strafe zu zahlen, wer gleich dreimal fehlte, fand sich in den Reihen der passiven Mitglieder wieder.

Die heutigen Mitglieder nehmen ihr Hobby nicht weniger wichtig, ohne allerdings mit Strafen zu agieren. Für sie ist ein ausgewogenes Repertoire wichtig. Und das präsentiert sich überraschend oft jenseits des Männerchors üblichen. „Ich denke, was wir machen, ist einfach auf Lieder zurückgreifen, die ein Lebensgefühl vermitteln“, erklärt Werner.

„Natürlich haben wir die klassischen Lieder im Programm, wie ‚Der Mond ist aufgegangen‘, ‚Leise zieht durch mein Gemüt‘ oder ‚Ännchen von Tharau‘ und andere“, sagt der Chorleiter. „Aber auch ‚Only you‘, ‚Spanische Nächte‘ oder ‚Er gehört zu mir‘ finden sich.“ Die Lauchaer haben einen Altersdurchschnitt, der mit Blick auf die Zukunft wenig Sorgen bereitet. Heinz Güth ist der älteste von ihnen, mit seinen 89 Jahren trifft er immer noch sicher und sauber die Töne. Die anderen Mitstreiter sind weit vom Rentenalter entfernt.

Das mit seinen neun Mitgliedern vergleichsweise kleine Ensemble wird wegen seiner Qualität weit über die Grenzen der Region hinaus geschätzt. Es trat bereits beim Elbhangfest in Dresden auf, gastierte in Berlin und bekam beim Radiosender Deutschlandfunk Kultur im vergangenen November eine Sendung in der Reihe „Chor der Woche“. Werner erzählt, dass der Lauchaer Sängerkranz selbst im fernen Manila seine Stimmgewalt präsentierte. „Die Tochter eines Mitstreiters heiratete dort, also ist der gesamte Chor dahin gereist, um ein Ständchen zu bringen.“ Das geschah dann in einer riesigen Kathedrale.

Wenn am Sonntag Chormusik den Tränksgrund prägt, sind auch die Mitglieder der Frauensportgruppe „Stramme Wade“ dabei. Von Anfang an kümmern sie sich um die Verpflegung. Sorgen für Kaffee und Kuchen und Herzhaftes. „Dabei überraschen sie uns immer wieder aufs Neue mit leckeren Spezialitäten. Mal sehen, was uns am Sonntag erwartet“, so Ralf Werner.

Chortreffen, Tränksgrund bei Mechterstädt, Sonntag, 18. August, ab 12 Uhr.

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