Sanierung des alten Backofens ist bald geschafft

Großrettbach  Ihr erstes Backfest feiern die Großrettbacher noch mit einem mobilen Modell. Der Dorfverein bemüht sich um das Wiederbeleben der Backtradition.

Auch Karin Böhm (links) und Ruth Kroll, beide aus Großrettbach, schauten sich an, wie weit die Sanierung des alten Backofens gediehen ist.

Auch Karin Böhm (links) und Ruth Kroll, beide aus Großrettbach, schauten sich an, wie weit die Sanierung des alten Backofens gediehen ist.

Foto: Claudia Klinger

Großer Andrang herrschte am Freitagnachmittag zum ersten Backfest in Großrettbach. Es gab frisches Brot, frisch gebackenen Kuchen und frisch zubereitete Pizza. Allerdings stammten die Leckereien noch nicht aus dem Backofen im alten Backhaus, sondern wurden in einem mobilen Backofen zubereitet.

„So weit sind wir mit der Sanierung noch nicht“, bedauert Karsten Eckardt vom Dorfverein Großrettbach. „Aber es geht voran.“ Eckardt weist auf die neu gemauerten Steine und erklärt, dass auch die Herdplatten auf der acht Quadratmeter großen Fläche im Inneren ausgetauscht werden mussten. Metallteile wie die alte Tür und die bisherigen Abzüge würden ebenfalls erneuert. „Wir hoffen, dass wir den Ofen im November anheizen können. Das muss dann aber erst mal vier Wochen ganz behutsam gemacht werden, damit er langsam getrocknet wird.“

Bis zum Ende der 1950er-Jahre ist in dem Backhaus freitags und samstags Brot und Kuchen gebacken worden. Die Frauen brachten fertigen Brotteig in Backtrögen mit und die Kuchen auf großen runden Blechen. Bis 1978 sei der Ofen sporadisch genutzt worden. „Ich kann mich noch daran erinnern“, sagt Karin Böhm, ich habe selbst hier noch backen lassen.“

Seit 2010 stand das bis dahin als Jugendklub genutzte Gebäude leer. Der Dorfverein bemüht sich seit 2017, das Backhaus wieder nutzbar zu machen. Nachdem zwei Studenten der Gothaer Fachschule für Bau, Wirtschaft und Verkehr das Haus untersucht und Varianten für die Sanierung vorgeschlagen hatten, konnten Fördermittel aus dem Programm der Dorferneuerung über die Gemeinde Drei Gleichen, zu der Großrettbach gehört, beantragt werden. „Sie wurden genehmigt, und das hilft uns sehr. Für die Eigenmittel sammeln wir fleißig Spenden“, sagt Karsten Eckardt.

Auch der Erlös des ersten Backfestes trage dazu bei, den Ofen und das Haus zu sanieren. Eckardt verspricht: „Beim Backfest nächstes Jahr gibt es frisches Brot, frischen Kuchen und frische Pizza aus dem alten Ofen.“

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