Sauerkrautfest in Dachwig

Dachwig  Dachwiger Heimat- und Museumsverein veranstaltet das traditionelle Sauerkrautfest

Wolfgang Lütz (links) und Felix Rentzsch beim Sauerkrautstampfen. Dahinter arbeiten Hans-Dietrich Heyn und Birgit Raßloff.

Wolfgang Lütz (links) und Felix Rentzsch beim Sauerkrautstampfen. Dahinter arbeiten Hans-Dietrich Heyn und Birgit Raßloff.

Foto: Matthias Wenzel

Der Dachwiger Heimat- und Museumsverein unter dem Vorsitz von Wolfgang Gebhardt hat derzeit 29 Mitglieder. Er wurde 2001 vor allem gegründet, um sich um den historischen Dreiseitenhof in der Langen Straße zu kümmern, in dem sich das Dorfmuseum befindet.

Da etliche der Vereinsmitglieder im Herbst ihr Sauerkraut selbst hergestellt haben, wurde die Idee geboren, dies fortan gemeinsam zu tun. Seit 2002 wird nun alljährlich im Oktober ein Sauerkrautfest im Innenhof des Dorfmuseums veranstaltet. Anfangs seien nur Besucher aus dem Ort gekommen, erinnert sich Wolfgang Gebhardt.

Inzwischen sei jedoch das Interesse und vor allem das Bewusstsein an ökologisch hergestellten Lebensmitteln gewachsen. Deshalb strömten am Samstag Nachmittag Besucher aus nah und fern nach Dachwig. Einige kamen sogar eigens aus Altenburg, Dresden oder Eisenach angereist.

Die Mitglieder des Heimatvereins wurden tatkräftig vom Kirmesverein unterstützt. Dadurch ging die Krautherstellung wie am Fließband vonstatten. Probleme habe es im Vorfeld lediglich mit der Beschaffung von ausreichend großen Kohlköpfen gegeben. Da das Thüringer Gemüse in diesem Jahr wegen der lang anhaltenden Trockenheit zu klein ausgefallen sei, habe man Kohlköpfe aus Niedersachsen besorgt.

Nach dem Putzen und Teilen wurden die Hälften mit der Hand gehobelt und anschließend gewürzt. Für die richtige Mischung war wie immer die „Gewürzfee“ Elke Steickardt verantwortlich. Die Gewürze bestehen hauptsächlich aus Salz, Dill, Wacholder und Knoblauch. Die schwerste Arbeit hatten dann Wolfgang Lütz und Felix Rentzsch, die mit den schweren Holzstampfern die Krautstruktur brechen mussten, um den Saft freizusetzen. Damit wird der Fermentierungsprozess durch die Milchsäurebakterien in Gang gesetzt.

Nachschub gibt es erst in einem Jahr

Danach musste das fertige Kraut nur noch in Eimer abgefüllt werden. Diese gingen dann sogleich wie warme Semmeln über den Ladentisch. Die Käufer müssen allerdings noch mindestens drei Wochen warten, bis daraus echtes Sauerkraut geworden ist, das bei kühler Lagerung den ganzen Winter lang haltbar ist.

Übrigens: Für Nachschub kann dann erst in einem Jahr beim nächsten Dachwiger Sauerkrautfest gesorgt werden.

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