Scheidebecher aus der Thermoskanne

Wieland Fischer
Wieland Fischer

Wieland Fischer

Foto: Peter Riecke

Wieland Fischer über Glühwein, Gelage und Geld

Heute Abend ist ein Scheidebecher angesagt. So nennen Freunde ihren Abschiedstrunk. Einige Skifahrer unter ihnen wollen gen Süden starten. Doch bereits am Tag darauf wird es den Willkommenstrunk der Rückkehrer geben. Die Skitour ist geplatzt, fällt wegen Corona „ins Wasser“.

Der Weihnachtsmarkt in Gotha nicht, damit auch nicht ein Schlückchen im Freien, das mit Abstand. Alle in der Runde sind laut eigenem Bekunden geimpft.

Aber ob der Glühwein an einer der Buden getrunken wird, das bleibt abzuwarten. In Gotha gibt es beim Glühweinverkauf eine große Preisspanne. Ein Bäcker etwa reicht den Becher mit dem Heißgetränk für 1,50 Euro außer Haus. Andere verlangen zwei. Bis zu vier Euro kosten so ein paar Schlückchen, mit Schuss noch mehr. Das ist dann mehr etwas für Genießer. Ein Gelage wird teuer.

Nun müssen auf Weihnachtsmärkten mit dem Geld auch Standgebühren bezahlt werden, 2021 unter Corona auch Sicherheitsdienste für Einlasskontrollen. Nicht zu vergessen, die Mühen für stundenlanges Stehen bei der Kälte. Aber Inflation hin und her, vier Euro für ein Gläschen Glühwein scheinen denn noch ein bisschen zu viel des Guten.

Eine Verkäuferin sagt, sie trinke ihren Glühwein zu Hause.

Und zum Scheidebecher bringt jeder seine Thermoskanne mit.