Stadt Friedrichroda besitzt jetzt zwei Bahnhöfe

Friedrichroda  Der Bahnhof Friedrichroda soll „veredelt“ werden. Pendant in Reinhardsbrunn wird Drehkreuz der Region.

Bahnhof Friedrichroda: Die Stadt hat das Gebäude bei einer Auktion erworben.

Bahnhof Friedrichroda: Die Stadt hat das Gebäude bei einer Auktion erworben.

Foto: Wieland Fischer

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Die Stadt Friedrichroda besitzt jetzt zwei Bahnhöfe. Zum Bahnhof Reinhardsbrunn mit dem dazugehörigen Fürstenpavillon ist die Immobilie am Bahnhof Friedrichroda hinzugekommen.

Zur Herbstversteigerung der Sächsischen Grundstücksauktionen AG in Leipzig hat die Stadt die Immobilie für 90.000 Euro erworben. Auktionssprecherin Annika Becher nennt den Preis „sensationell“. Bei 5.000 Euro lag das Mindestgebot für das ehemalige Bahnhofsgebäude samt Güterschuppen in Friedrichroda. Fünf Telefonanbieter und etliche Anwesende im Saal hätten mitgeboten, berichtet Bürgermeister Thomas Klöppel (parteilos). Nun sei es an der Stadt, das Areal zu entwickeln.

„Wir wollen das Gelände städtebaulich veredeln“, begründet Monika Siede, geschäftsführende Beamtin der Stadtverwaltung, den Erwerb, den der Stadtrat beschlossen habe. Bei dem Grundstück handele es sich um eine wertvolle Fläche von rund 13.000 Quadratmeter. Diese lasse sich gewerblich als auch für den Wohnungsmarkt neu erschließen. Dazu gebe es bereits verschiedene Konzepte. In einer der nächsten Sitzung des Bauausschusses sollen diese vorgestellt und erörtert werden.

Das Areal wirkt verfallen. Bis vor etwa sechs Jahren war noch ein Teil des Gebäudes vom kommunalen Jugendclub genutzt worden. Inzwischen sei ein Großteil der Räume in einem so desolaten Zustand, dass sie nicht genutzt werden können. Die Stadt wolle das Gebäude nicht sanieren oder betreiben, erklärt Monika Siede die Vorstellungen. „Wir haben ja genügend andere Objekte, die wir entwickeln wollen.“ Es gebe Nutzungskonzepte von Interessenten für einzelne Gebäudeteile, andere wollten etwas auf der Fläche bewegen. „Das alles zu bündeln und zu optimieren, das ist eine städtebauliche Aufgabe. Der stellen wir uns.“ Die finanziellen Aufwendungen zur Neuerschließung sollen bei einem Verkauf wieder eingespielt werden.

Auch den Bahnhof Reinhardsbrunn hatte die Stadt Friedrichroda bei einer Grundstücksauktion erworben – das aber bereits im Jahre 2015 für 3000 Euro. Inzwischen haben Arbeiten begonnen, den denkmalgeschützten Bahnhof Reinhardsbrunn (Erbauung 1894 bis 1896, Umbau 1917) zu sanieren. Am Bahnhofsgebäude sind Sicherungsarbeiten und Dachreparaturen erfolgt. Verfallene Nebengelasse, die in Folgejahren errichtet worden waren, sind beräumt. Der Schwerpunkt liegt derzeit auf dem Fürstenpavillon.

Der Bahnhof Reinhardsbrunn solle zum Drehkreuz für die Inselberg-Region werden sagt Bürgermeister Klöppel. Denn dort halten Züge der Deutschen Bahn, Waldbahn und Busse.

Bei einem Treffen jüngst mit den Inselsberg-Anrainern, der Landesentwicklungsgesellschaft und Landräten zur Entwicklung des Plateaus sei der Bahnhof Reinhardsbrunn fest mit eingebunden worden. Der Stadtrat Friedrichroda müsse das Inhaltliche vorgeben.

Klöppel hat für den Innenausbau des Bahnhofs Reinhardsbrunn eine Fördervoranfrage über 1,8 Millionen Euro (90 Prozent der Kosten) bei der Thüringer Aufbaubank gestellt.

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