Themenvielfalt bei Gothaer Umwelt-Demonstration

Gotha.  Die „Fridays for Future“-Bewegung ermuntert zum Radfahren, Rausgehen und will 2020 Bäume in Gotha pflanzen.

Die Bewegung „Fridays for Future" hatte in Gotha am Freitagnachmittag zu ihrer fünften Demo aufgerufen. Vom Arnoldiplatz aus zogen zahlreiche Teilnehmer durch Gotha.

Die Bewegung „Fridays for Future" hatte in Gotha am Freitagnachmittag zu ihrer fünften Demo aufgerufen. Vom Arnoldiplatz aus zogen zahlreiche Teilnehmer durch Gotha.

Foto: Claudia Klinger

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Erst sah es am Freitagnachmittag so aus, als seien nur wenige Menschen dem Aufruf der Gothaer „Fridays for Future“-Initiative zur fünften Demonstration in diesem Jahr gefolgt. Mitorganisatorin Selina Franke (16), Schülerin am Arnoldigymnasium, konnte es sich am Denkmal von Ernst Wilhelm Arnoldi nicht erklären. „Wir warten noch kurz“, entschied sie. Das lohnte sich, denn wenige Minuten später strömte plötzlich eine große Gruppe zum Arnoldiplatz. „Wir haben vor dem Neuen Rathaus gewartet“, erklärte einer das Missverständnis.

Bevor sich der Zug in genau diese Richtung aufmachte, ermunterte Selina Franke die Teilnehmer, etwas für die Umwelt zu tun: „Das kann jeder. Nehmt, so lange es geht, das Fahrrad. Oder steigt, wenn es euch zu kalt ist, in die öffentlichen Verkehrsmittel. Viele kleine Dinge ergeben auch ein großes Ganzes.“

Nach ihr sprach Adrian Brix aus Gotha. Er arbeitet freiberuflich als Wildnispädagoge. Er machte darauf aufmerksam, dass immer weniger Kinder in den Wald und in den Park gehen oder überhaupt draußen spielen. „Dafür gibt es viele Gründe – von weniger Brachflächen über veränderte Familienstrukturen bis zur neuen Mediennutzung.“ Aber es sei wichtig, nicht immer nur die nächste Steckdose, sondern viel öfter das Abenteuer draußen zu suchen. „Und die Erwachsenen müssen das vorleben, also bei Wind und Wetter rausgehen. Nur wer die Natur zu schätzen lernt, ist auch bereit, sich für die Umwelt einzusetzen“, meint Brix.

An verschiedenen Stationen auf ihrem Zug durch die Stadt hatten die Organisatoren Redebeiträge vorbereitet. So sprach Luisa Hänse (16) aus dem Arnoldigymnasium über die Energiewende. Jakob Gatz (17) aus dem Beruflichen Gymnasium Sundhausen hat sich mit dem Braunkohleausstieg beschäftigt. Er war als Gothaer Vertreter im Sommer auch bei einem bundesweiten Kongress der „Fridays for Future“-Bewegung in Dortmund und hat dort eine feierliche Atmosphäre erlebt. „Ich habe auch einige Ideen mitgebracht, sowohl für die Organisation als auch neue Sprüche“, sagt er. „Stirbt die Umwelt – stirbt der Mensch“ ist einer davon. Aber auch ihren ursprünglichen Slogan „Wir sind hier! Wir sind laut! Weil ihr uns die Zukunft klaut!“ skandieren die Demonstranten an diesem Freitag ebenfalls mit voller Inbrunst. Und es sind nicht nur junge Menschen dabei, sondern auch viele Erwachsene.

Nach wie vor veranstalten die Gothaer Akteure ihre Demonstrationen nach der Schule – im Gegensatz zu anderen in der Bewegung – und nicht jede Woche. „Wir wollen glaubwürdig sein. Das zeigen wir auch mit unseren Projekten, indem wir zum Beispiel Müll sammeln. Nächstes Jahr haben wir eine große Baumpflanz-Aktion vor“, macht Selina Franke aufmerksam. Dabei werde die Gothaer „Fridays for Future“-Gruppe von Spenden der Kirchgemeinde Gotha unterstützt. „Aber auch die Stadt hilft uns. Wir arbeiten inzwischen sehr gut zusammen“, freut es Selina Franke. So transportiere die Verwaltung den Müll ab, der bei den Sammelaktionen zusammen kommt. Und für die Bäume weise die Stadt den jungen Leuten eine geeignete Fläche zum Pflanzen zu.

Wann es die nächste „Fridays for Future“-Demo geben wird, steht noch nicht fest. Klar ist aber, dass die Bewegung auch in Gotha weitermachen wird – egal, wo die Aktion startet.

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