Tierpark Gotha zeigt Otter-Nachwuchs

Gotha  Für die sieben Wochen alten Tiere stehen bald die ersten Erkundungstouren im Außengehege an

Zur Gesundheitsvorsorge wurden die Tiere bereits von Tierarzt Jochen Rönnert geimpft. Constanze Mattes, Leiterin des Tierparks, assistierte.

Zur Gesundheitsvorsorge wurden die Tiere bereits von Tierarzt Jochen Rönnert geimpft. Constanze Mattes, Leiterin des Tierparks, assistierte.

Foto: Lutz Ebhardt

Bereits am 2. September hat es im Tierpark Gotha wieder Nachwuchs bei den Ottern gegeben. Das Zwergotterpaar hat drei gesunde Jungtiere zur Welt gebracht, ein Weibchen und zwei Männchen. Bisher verstecken sich diese noch wohlbehütet von ihren Eltern in einer Kiste im Innengehege und unter einem Baumstamm auf der Außenanlage. „Mittlerweile sind aber ihre Augen geöffnet, und es ist damit zu rechnen, dass die kleinen Otter in den nächsten Wochen ihre ersten Schritte auf die Außenanlage setzen“, sagt Constanze Mattes, die Leiterin des Tierparks Gotha.

„Da das Otterpärchen beim letzten Wurf ein paar Probleme mit der Aufzucht hatte, waren wir diesmal sehr vorsichtig und haben dafür gesorgt, dass sie hinter den Kulissen genug Ruhe für die erste Zeit hatten“, macht Constanze Mattes aufmerksam. „Die kritischen ersten Wochen haben die drei Jungtiere nun überstanden, darüber sind wir sehr erfreut. Ich bin sicher, dass die kleinen Zwergotter auch bei den Besuchern für Begeisterung sorgen werden, wenn sie bald die Anlage auf eigene Faust erkunden.“

Zur Gesundheitsprophylaxe waren die Jungtiere bereits vom betreuenden Tierarzt Jochen Rönnert geimpft worden, und sie haben zur Identifikation einen Transponder unter die Haut gesetzt bekommen. „Solche Transponder sind ganz klein, nur so groß wie ein Reiskorn. Sie werden auch für Haustiere verwendet“, erklärt die Tierpark-Chefin.

„Bei uns erhalten Jungtiere die, wenn der Tierarzt ohnehin eine erste Untersuchung macht, oder später, wenn ältere Tiere zu uns kommen.“ Solche Transponder könnten mit einem Lesegerät die wichtigsten Daten verraten. Sie seien besonders wichtig bei bedrohten Arten zur Identifikation. „Obwohl die ja auch noch spezielle Herkunftspapiere benötigen“, so Mattes.

Der Zwergotter-Nachwuchs bleibt etwa ein Jahr bei seinen Eltern im Tierpark Gotha. „Dann geben wir die Jungtiere an andere Zoos ab“, sagt Constanze Mattes. Da gebe es immer Interesse, weil Otter sehr attraktive Zootiere seien. „Sie sind sehr aktiv, da gibt es für Besucher immer etwas zu entdecken.“

Deshalb biete der Tierpark Gotha bei seinen Zwergottern auch regelmäßig Schaufütterungen an. Allerdings mussten die jetzt ausgesetzt werden. „Die Eltern kamen nur noch sehr unzuverlässig zu den Fütterungszeiten“, sagt Constanze Mattes. „Aber das ist normal, sie haben mit der Aufzucht ihrer Jungen gerade einfach zu viel zu tun.“ Doch wenn der Nachwuchs jetzt agiler und selbstständiger wird, sollen die Schaufütterungen bei den Ottern auf jeden Fall wieder angeboten werden.

Zwergotter, die aufgrund ihrer sehr kurzen Krallen auch Kurzkrallenotter (Aonyx cinerea) genannt werden, bewohnen Feuchtgebiete an Flüssen und Flussmündungen in Südostasien und Indien. Sie leben in Familiengruppen, die sich gemeinsam um die Aufzucht der Jungtiere kümmern und ernähren sich rein tierisch. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Krebstieren, gelegentlich jedoch auch aus Fisch und anderen kleinen Wirbeltieren.

Der Tierpark Gotha, der von der Kultourstadt Gotha betrieben wird, befindet sich am Töpfleber Weg 2 und hat während der Sommerzeit täglich von 9 bis 18 Uhr sowie während der Winterzeit ab 28. Oktober von 9 bis 16 Uhr geöffnet. Der letzte Einlass ist jeweils 45 Minuten vor Ende der Öffnungszeiten.

Der Eintritt in den Tierpark kostet sechs Euro, ermäßigt drei Euro. Es gibt auch Familien- und Jahreskarten sowie Gruppentarife.

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