USA-Konzertreise Gothaer Jugendlicher steht unter gutem Stern

Gotha  Das Jugendensemble des Handglockenchores Gotha stellt in öffentlicher Generalprobe Konzertprogramm für die Vereinigten Staaten vor

Die Mitglieder des Handglockenchores Gotha gehen in der kommenden Woche auf Konzerttournee durch die USA.

Die Mitglieder des Handglockenchores Gotha gehen in der kommenden Woche auf Konzerttournee durch die USA.

Foto: Wieland Fischer

„Nicht zu schnell!“ Matthias Eichhorn bremst. Vor Zuhörern in der Augustinerkirche Gotha ruft er in das Spiel des Gothaer Handglockenchores hinein. Kann dessen Leiter auch, muss er auch. Schließlich handelt es sich um eine öffentliche Generalprobe.

Ein Leitspruch unter Musikanten oder Theaterleuten besagt: Geht etwas in der Generalprobe schief, dann läuft es im Konzert oder zur Premiere umso besser. Angesichts dessen steht die USA-Konzerttournee des Handglockenchores unter einem guten Stern. – Eichhorns Zwischenruf und ein Abbruch waren während des Auftritts in Augustin auch die einzigen nennenswerten hörbaren Korrekturen. Zudem hat das Jugend­ensemble, das auf Reisen geht, in dieser Zusammensetzung die letzten Wochen nicht in voller Stärke proben können. Annika Liese etwa ist gerade von einem zweimonatigen Praktikum in Ägypten zurückgekehrt. „Irgendwann müssen wir ja mal proben“, sagt Eichhorn gelassen.

Von „Nußknacker“ bis „Toccata rhythmica“

Kommende Woche geht es über den Großen Teich. Es ist die fünfte Reise des Handglockenchores in die Staaten. Ein 15-köpfiges Jugendensemble tritt sie 9. Juli an. Es wird zwölf Konzerte an 13 Tagen geben. Höhepunkt sei der Auftritt zum 60-jährigen Bestehen der lutherischen Epiphany-Kirche in Dayton im Bundesstaat Ohio (wir berichteten am 15. Juni).

Wegen ihrer USA-Tournee haben die Mitglieder des Handglockenchores ihren Sommerabschluss, den sie sonst im kleinen Kreis feiern, nun mit öffentlicher Generalprobe begangen. Das war Premiere.

Das Programm reicht von der „Nußknacker“-Ouvertüre von Tschaikowski bis zu einer „Toccata rhythmica“. Damit werden die Gothaer wohl auch in den USA, wo Handglocken-Ensembles weit verbreitet sind, bestehen können.

Viermal waren die Gothaer bereits in den Staaten. Seit 1987 gibt es nach Dayton gute Kontakte. Die dortige Kirchgemeinde hatte damals 49 Handglocken im Umfang von vier Oktaven der Augustinergemeinde Gotha geschenkt. Sie bildeten den Grundstock zur Gründung des Handglockenchores durch Kantorin Elke Eichhorn.

Die Reisekosten bestreiten der Handglockenchor und Förderverein zum großen Teil aus eigenen Kräften und Mitteln. Die ursprünglich geplanten Ausgaben in Höhe von 21.000 Euro seien auf 23.000 Euro allein wegen der Flugkosten gestiegen, berichtete Fördervereinsvorsitzender Christoph Kallinich im Vorfeld.

Die Gothaer werden während ihrer USA-Reise in Gastfamilien untergebracht sein. Die Transportkosten für die Instrumente bleiben dem Handglockenchor erspart. Eine Gemeinde in Amerika, wo die Gothaer auch ein Konzert bestreiten werden, will ihnen leihweise Handglocken zur Verfügung stellen. Was an zusätzlichem Material benötigen werde, sponsere ein Hersteller in den USA, berichtete Eichhorn. Bei 66 Handglocken wären die Transportkosten sonst ins Unermessliche gestiegen.

Eine großzügige Spende des Gothaer Ehrenbürgers Edgar Jannott will der Handglockenchor nutzen, um eine weitere große Bassglocke anzuschaffen. Die Kosten dafür belaufen sich auf mehr als 4000 Euro. „Trotz der Zollgebühren könnten wir es schaffen, dass wir sie am Ende der Reise mitbringen.“ Das würde dem Handglockenchor hohe Versandkosten ersparen.