Verzicht auf Glyphosat-Einsatz im Landkreis Gotha

Gotha  Der Kreistag sondiert ein Verbot für Flächen in Regie des Landkreises Gotha. Auch eine Vernetzung mit anderen Kommunen beim Radwege-Ausbau ist geplant.

Bereits jetzt wird der Einsatz von Glyphosat auf Flächen, die der Kreis Gotha verpachtet hat und bewirtschaften lässt, begrenzt.

Bereits jetzt wird der Einsatz von Glyphosat auf Flächen, die der Kreis Gotha verpachtet hat und bewirtschaften lässt, begrenzt.

Foto: Patrick Pleul/dpa

Die Kreistagsabgeordneten denken über ein Einsatzverbot von Glyphosat auf Flächen in Bewirtschaftung des Kreises nach. Wie und wann das durchgesetzt werden soll, das soll in Ausschüssen beraten werden.

Die Kreistagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen hatte beantragt, schon ab dem 1. November dieses Jahres auf allen Flächen in Kreisregie auf den Einsatz von Herbiziden mit dem Wirkstoff Glyphosat zu verzichten. Fraktionsvorsitzender Steffen Fuchs begründete das mit dem von der Bundesregierung beschlossenen Verbot des Glyphosat-Einsatzes zum 31. Dezember 2023. Unabhängig von der Frage nach gesundheitlichen Risiken sei eine wesentliche Reduktion des Glyphosat-Einsatzes aus ökologischen Gründen geboten. Es gelte, den dramatischen Rückgang der Artenvielfalt in der hiesigen Kulturlandschaft zu stoppen.

Landrat Onno Eckert (SPD) nannte das ein „hehres Ziel“. Das per Beschluss durchzusetzen, dafür sehe er keine Notwenigkeit. Bereits jetzt würden keine derartigen Mittel auf vom Kreis bewirtschafteten Flächen eingesetzt, etwa um Schulen. Das Landratsamt hat 28 Hektar verpachtet und verwaltet 665 Hektar. Die Flächen werden von 29 Gesellschaften bewirtschaftet. Dafür gebe es eine Einsatzbeschränkung für Glyphosat. Diese würde ab 2020 in neuen Pachtverträgen festgeschrieben.

Auch mit dem Thema Ausbau des Radwegenetzes setzen sich Kreistagsausschüsse auseinander. Es soll über einen Beitritt des Landkreises Gotha zur Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundliche Kommune beraten werden. Das Ziel: den Radverkehr im Alltag verbessern.

Mit dem Beitritt seien keine finanziellen Beiträge verbunden, argumentierte Steffen Fuchs. Im März hatte der Kreistag beschlossen, ein neues Radwege-Konzept für den Landkreis zu erstellen. Das sei mehr touristisch ausgerichtet, erinnerte der Fraktionsvorsitzende.

Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.