Wöchentlich erhalten 60 Mitarbeiter in Friedrichroda ihre Corona-Impfung

Friedrichroda  Das Impfen hat am SRH Krankenhaus Waltershausen-Friedrichroda begonnen.

Oberarzt Dirk Hertel von der Inneren Medizin des SRH Krankenhauses Waltershausen-Friedrichroda war der Erste, der sich gegen Corona hat impfen lassen.

Oberarzt Dirk Hertel von der Inneren Medizin des SRH Krankenhauses Waltershausen-Friedrichroda war der Erste, der sich gegen Corona hat impfen lassen.

Foto: Conny Möller

Nachdem bereits vor zwei Wochen das Helios Klinikum Gotha den Impfstart gegen Sars-CoV-2 unter seiner Belegschaft vollzogen hat, legte nun das SRH Krankenhaus Waltershausen-Friedrichroda nach. Am Montag erhielten 60 Mitarbeiter, die in Hochrisikobereichen wie den Covid-19-Stationen arbeiten, die erste Corona-Impfung. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Live-Blog

Dabei richtet sich die Klinik-Geschäftsführung nach den Richtlinien des Bundesgesundheitsministeriums, die eine festgelegte Reihenfolge für medizinisches Personal, die einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind, vorsieht. „Wir haben heute mit 60 Mitarbeitern unserer Station B1 begonnen“, sagt Klinik-Geschäftsführerin Annett Gratz.

Auf diesem Bereich wurden seit Frühjahr des vergangenen Jahres zwei Covid-19-Stationen eingerichtet. Bei Bedarf können diese erweitert werden. Derzeit werden dort 20 Patienten wegen Corona behandelt. Von der Lungenkrankheit betroffen seien nicht nur ältere Personen, sondern auch jüngere, wie die Klinikchefin erklärt.

Oberarzt der Inneren Medizin geht als Erster voran

Deshalb sei es für sie wichtig, dass sich das Personal, welches engen Umgang mit den Corona-Patienten hat, schützt. Der erste Impfling am Montag war Dirk Hertel, Oberarzt der Inneren Medizin. „Ich habe mich für die Impfung entschieden, weil ich einen engen Patientenkontakt habe“, sagt Dirk Hertel. Der Oberarzt absolviert gegenwärtig neben seiner Tätigkeit am Friedrichrodaer Klinikum ein Studium an der Universität Jena zum Infektiologen.

„Wir haben keine Zeit auf Langzeitstudien zu warten, deshalb ist es wichtig die Impfung jetzt durchzuführen“, so der Mediziner. Nach seiner Ansicht sei es wichtig, die Älteren zu schützen, denn bisher gebe es keine effektiven Medikamente.

Patienten, die mit schweren Krankheitsverläufen auf den Covid-19-Stationen liegen, werden mit entzündungshemmenden Medikamenten für die Lunge oder mit Sauerstoff aus Beatmungsgeräten behandelt. Oberarzt Hertel weiß von was er spricht und ist deshalb froh, dass er mit seiner Impfung dazu beitragen kann, einen Schutz für die älteren Patienten aufbauen zu können. Er appellierte auch an seine Mitarbeiter, sich impfen zu lassen.

Impfstoff wird im Suhler Klinikum vorgehalten

Immer montags sollen nun immer 60 Klinikmitarbeiter ihre Corona-Impfung erhalten. Nach 21 Tagen, also am 1. Februar, wird Oberarzt Dirk Hertel seine zweite Impfung bekommen. Der Impfstoff dafür wird bereits im SRH Zentralklinikum Suhl vorgehalten. Von dort kam Apotheker Damian Stephan nach Friedrichroda, um dem Impfteam des Krankenhauses wichtige Tipps zum Mischen des Impfkonzentrats zu geben.

„Wir haben in Suhl bereits mit dem Impfen begonnen und es läuft sehr gut“, so Stephan. Probleme habe es nicht gegeben, das gelte auch für die Verträglichkeit. Es kann mal zu leichten Symptomen wie Fieber oder Druck um die Impfstelle kommen, aber das sei bei anderen Impfungen genauso, erklärt Carsten Stülzebach, Ärztlicher Direktor am Friedrichrodaer Klinikum. Er ließ sich ebenfalls am Montag den Corona-Impfstoff verabreichen.

Stülzebach bestätigte, dass es vor Wochen unter dem Personal zunächst eine geringe Nachfrage nach der Impfung bestand. Das habe sich jetzt gegeben. Derzeit liegen mehr als 150 Anmeldungen vor und täglich kommen neue hinzu. „Wir haben Schulungen mit dem Personal durchgeführt und Informationsblätter verteilt“, bestätigt die Klinikchefin. Auch am Impftag selbst steht Carsten Stülzebach dem Pflegepersonal für Aufklärungsgespräche zur Verfügung. Insgesamt beschäftigt das Krankenhaus rund 400 Mitarbeiter.

Nach dem Impfen erfolgt eine kurze Ruhephase für den Geimpften von maximal einer Viertelstunde. Die sei notwendig, um sofort auf etwaige auftretende Reaktionen bei dem Geimpften reagieren zu können. „Ich merke nur einen leichten Druck am Arm, mehr nicht“, sagt Pflegedienstleiterin Viola Grüning.

Mittlerweile füllt sich der digitale Impfkalender für die nächsten Wochen. So werden am 18. Januar weitere 60 Mitarbeiter mit dem Corona-Impfstoff des Herstellers Biontech-Pfizer geimpft.