Zahl der Infizierten im Landkreis Gotha auf sieben gestiegen

Kreis Gotha.  Ordnungsbehörden und Polizei kontrollieren das Versammlungsverbot und die Schließungen. Oberbürgermeister Kreuch appelliert an die Solidarität der Bevölkerung.

Das Landratsamt Gotha lässt jetzt verstärkt das wegen des Coronavirus verhängte Versammlungsverbot sowie Geschäftsschließungen kontrollieren.

Das Landratsamt Gotha lässt jetzt verstärkt das wegen des Coronavirus verhängte Versammlungsverbot sowie Geschäftsschließungen kontrollieren.

Foto: Peter Riecke

Die Zahl der Coronavirus-Infizierten ist im Landkreis Gotha angestiegen. War in den ersten Tagen der zurückliegenden Woche lediglich ein Fall registriert, sind es Stand Freitag, 18 Uhr, sieben bestätigte Infektionen in Zuständigkeit des Gesundheitsamtes Gotha. Nicht jeder Fall benötige auch Behandlung, erklärt Adrian Weber, Sprecher des Landratsamtes Gotha. Will heißen: Die Betroffenen seien in Quarantäne. Alle aktuellen Infos im kostenfreien Corona-Liveblog

Die Kreisbehörde will jetzt mit Nachdruck darangehen, die am Donnerstag erlassene Allgemeinverfügung zur Einschränkung des öffentlichen Lebens im Landkreis Gotha durchsetzen. Das generelle Versammlungsverbot sowie die verordnete Schließung von Geschäften sollen Vollzugskräfte des Landkreises sowie der Städte und Gemeinden kontrollieren. Bei Zuwiderhandlungen werde auch Polizei eingesetzt, kündigt die Kreisbehörde an. Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz können mit Geldbußen bis 25.000 Euro geahndet werden oder, je nach Schwere des Verstoßes, sogar einen Straftatbestand darstellen, der mit Freiheitsentzug bis zu fünf Jahren geahndet werde. Dazu rief Landrat Onno Eckert (SPD) am Freitagvormittag Mitarbeiter der Landkreisverwaltung zusammen. Die Teilnehmer der kurzen Konferenz platzierten sich im größten Besprechungsraum des Amtes mit weitem Abstand untereinander. Eckert erläuterte anhand von Animationen per Videowand die unterschiedlichen Varianten der Verbreitung des Virus, je nach Reaktion der Bevölkerung. Er unterstrich noch einmal, es gelte, das Ansteigen der Infektionsrate so zu verlangsamen, dass es zu keiner schlagartigen Zunahme schwerer Fälle komme, die die Behandlungsmöglichkeiten des Gesundheitswesens wie in anderen Ländern geschehen überfordern könne. Die Animationen hatte er einem Beitrag der Washington Post entnommen.

Zunächst sind die Verwaltungen der Städte und Gemeinden gefragt, zu kontrollieren, ob tatsächlich auf Zusammenkünfte verzichtet werde. Die Bitte um Amtshilfe war an sie bereits am Donnerstag vom Landratsamt aus ergangen. Orte wie beispielsweise Bad Tabarz hatten auch am Donnerstagabend erste Kontrollfahrten vorgenommen. Man wolle diese Praxis fortsetzen, bis die Allgemeinverfügung nicht mehr gelte, unterstrich der Bad Tabarzer Bürgermeister David Ortmann (SPD).

Sollte es keine Reaktion auf die Aufforderung, eine Zusammenkunft aufzulösen, geben, kommt der Vollzugsdienst des Landratsamtes zum Einsatz. Dann ist bereits eine Straftat begangen. Das Landratsamt will dies in der Regel auch anzeigen. Auch unabhängig von der Tätigkeit der Städte und Gemeinden will das Landratsamt selbsttätig kontrollieren.

Eine Sonntagsöffnung von Lebensmittel-Verkaufsstellen ist derzeit kein Thema im Landkreis Gotha. Das müsste ohnehin vom Freistaat genehmigt werden. Die Kreisbehörde hat nur an vier Wochenenden im Jahr Spielraum für die Möglichkeit.

Gothas Oberbürgermeister Knut Kreuch (SPD) hat sich in einer Video-Ansprache an die Bürger gewandt, um ihnen Dank für Besonnenheit und gute Organisation inmitten der Corona-Krise auszusprechen. Trotz der durch die Verfügungen von Land und Landkreis unumgänglichen Schließung von Kindergärten und Schulen sei es vielen Eltern gelungen, ihre Kinder weiter gut zu betreuen, wodurch die Lage in der von der Stadt angebotenen Notbetreuung erleichtert werde. Er appellierte an die Solidarität aller: „Vermeiden Sie große Menschenansammlungen, gehen Sie nicht dorthin, wo Sie denken, es tritt eine Gefahr auf, sondern informieren Sie sich einfach gut mit den vielen Möglichkeiten über das, was vor uns steht.“

Auch die Landespolizeiinspektion Gotha schränkt den Besucherverkehr ein. Zwar könne in dringenden Fällen noch vorgesprochen werden, doch soll der Telefonkontakt unter 03621/781124 und 03621/781424 (Kriminalfälle) bevorzugt werden.

Weitere Informationen rund um das Coronavirus: https://www.landkreis-gotha.de und https://www.gotha.de/leben-in-gotha/aktuelles/coronavirus.html