Ilm-Kreis. Ilm-Kreis: Illegales Sammeln abgeworfener Hirschgeweihe stört die Schonzeit der Tiere und ist zudem strafbar.

Der Hirsch ist das größte freilebende Wildtier in den Wäldern des Ilm-Kreises. Von Ende Februar bis Ende März entledigt er sich seines imposanten Kopfschmuckes. Doch die Landesforstanstalt Thüringenforst warnt davor, die abgeworfenen Geweihstangen zu sammeln und aus dem Wald zu entfernen. Denn nach Paragraf 292 des Strafgesetzbuches wird die unberechtigte Aneignung von Abwurfstangen mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet.

Ohne Erlaubnis des Jagdausübungsberechtigten sei die Inbesitznahme von Abwurfstangen unbedingt zu unterlassen. Was Förster und Wildbiologen aber noch viel mehr Sorge bereite, sei die Beunruhigung des Wildes in der winterlichen Schonzeit.

Geweih der Hirsche ein Luxusprodukt der Natur

„Dass mit einem sehr guten Seh-, Hör- und Geruchssinn ausgestattete Rotwild reagiert mit Flucht vor Stangensammlern, was einen erhöhten Energieverbrauch zur Folge hat. Gerade aber im ausgehenden Winter haben viele Tiere ihre Energiereserven nahezu aufgebraucht“, erläutert Thüringenforst-Vorstand Volker Gebhardt.

Das Geweih der Hirsche sei ein Luxusprodukt der Natur. Es wachse, hormonell gesteuert, jedes Jahr neu, umgehend nach dem Abwurf der beiden Stangen im Spätwinter. „Innerhalb von vier Monaten können die Geweihe der Hirsche ein Gesamtgewicht von bis zu 8 Kilogramm, in Ausnahmefällen bis 10 Kilogramm erreichen“, so Gebhardt.

Doch der waldbewohnende Wiederkäuer brauche sein mächtiges Geweih, das in der Altersphase von zwölf bis 14 Jahre besonders stark ausgeprägt sei. Denn ab Mitte September beginne jedes Jahr die Brunft und beim Kampf um die Kahlwildrudel würden Rivalen mit dem Stoß- und Stechwerkzeug in Rangordnungskämpfen abgewehrt. Warum aber Hirsche Jahr für Jahr ihr Geweih abwerfen, bleibe wissenschaftlich ungeklärt.