Jena. Das Thüringer Medizintechnik-Unternehmen ist nach eigener Einschätzung „solide“ ins Jahr gestartet: Was sich hinter der Aussage verbirgt.

• Die Carl Zeiss Meditec AG hat die Zahlen fürs erste Geschäftsquartal 2023/24 vorgelegt.
• Der in Jena ansässige Hersteller von Medizintechnik verbucht geringes Umsatzwachstum.
• Aktionäre profitieren von steigendem Kurs.

Die Carl Zeiss Meditec AG hat eine verhaltene Bilanz für das erste Quartal des Geschäftsjahres vorgelegt, das am 1. Oktober begonnen hat. Der Umsatz des Medizintechnik-Herstellers stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um ein Prozent auf 475 Millionen Euro.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern sank von 60,3 Millionen Euro auf 43,5 Millionen Euro. Der Rohertrag geriet aufgrund eines ungünstigeren Produktmix mit einem geringeren Anteil an Verbrauchsmaterialien deutlich unter Druck, teilte die in Jena ansässige Gesellschaft mit.

Das sagt der Vorstandschef zu den Zahlen

Der Vorstandsvorsitzende Markus Weber bewertet den Start ins Geschäftsjahr als „solide“. „Die geplanten Maßnahmen zur Bereinigung des chinesischen Vertriebskanals sowie die Währungsentwicklung haben wie erwartet Umsatz und Ergebnis belastet“, sagte er bei der Vorlage der Zahlen am Freitag. „Positiv wirkte sich jedoch aus, dass im Gerätegeschäft gute Auslieferungen gelungen sind und sich unsere Fertigungszeiten deutlich verbessert haben.“

Carl Zeiss Meditec hatte im ersten Quartal wie angekündigt das Lager von Verbrauchmaterialien in der refraktiven Chirurgie in China abgebaut, das während der Corona-Pandemie angelegt worden war. Positive Wachstumsbeiträge kommen aus den Kernmärkten Frankreich, Italien und Spanien sowie aus Lateinamerika. Die Geschäfte in den USA entwickelten sich rückläufig, so der Hersteller.

Wie reagieren die Aktionäre nach der Prognose?

Das Unternehmen geht „trotz geopolitischer Risiken und einem zunehmend schwierigen makroökonomischen Umfeld generell von weiterem Marktwachstum aus“. Das Umsatzwachstum dürfte mindestens auf Höhe des Marktwachstums liegen, prognostiziert der Vorstand. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern für das gesamte Geschäftsjahr 2023/24 soll in etwa auf Vorjahresniveau liegen.

Die Aktionäre von Carl Zeiss Meditec erlebten in den vergangenen zwölf Monaten eine Talfahrt von 140,45 Euro je Anteilsschein bis auf 72,60 Euro. Vor Bekanntgabe der Geschäftszahlen hatte sich die Aktie auf 105,95 Euro erholt. Der Kurs stieg nach Bekanntwerden um über zehn Prozent an und pegelte sich am Nachmittag bei 110,75 Euro ein. Ende Januar hatte Carl Zeiss Meditec angekündigt, ab 9. Februar Aktien im Gesamtwert von bis zu 150 Millionen Euro zurückkaufen zu wollen.

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