Roßleben-Wiehe. Wer Erzieher werden will, braucht einen Realschulabschluss. Den hat ein 17-Jähriger nicht erreicht. Die Schule hat zuungunsten des Ex-Azubis vom Ermessen Gebrauch gemacht.

Miriam K. und ihr Sohn Manuel (Name geändert) haben sich in ihrer Verzweiflung über eine Entscheidung einer Schule in freier Trägerschaft aus dem Kyffhäuserkreis bereits ans Thüringer Bildungsministerium gewendet. Es geht um den weiteren Ausbildungsweg eines 17-Jährigen. Erzieher ist sein Traumberuf. Eine Voraussetzung – die des Realschulabschlusses – kann er jedoch nicht vorweisen. Im Rahmen einer Ausbildung zum Kinderpfleger hatte der Hauptschüler die Chance, den Abschluss zu erhalten. Doch den dafür notwendigen Gesamtdurchschnitt verpasst er knapp: Statt 3,0 kommt Manuel am Ende auf einen Schnitt von 3,05. Damit schloss der junge Mann nun zwar seine Ausbildung zum Kinderpfleger an der Berufsfachschule erfolgreich ab, bekam aber keinen Realschulabschluss zuerkannt. Das war im Juli 2023.