1150 mal „Nein!“ zu Eatons Werkschließung in Nordhausen

Nordhausen.  Die IG Metall und der Betriebsrat des Nordhäuser Unternehmens erhöhen mit einer bildgewaltigen Aktion den Druck auf die Konzern-Geschäftsführung.

Am Nordhäuser EATON-Standort bangen insgesamt 1.150 Angehörige der Beschäftigten um ihre Existenzgrundlage. In einer großen Betriebsversammlung wurde das jetzt verbildlicht.

Am Nordhäuser EATON-Standort bangen insgesamt 1.150 Angehörige der Beschäftigten um ihre Existenzgrundlage. In einer großen Betriebsversammlung wurde das jetzt verbildlicht.

Foto: Alexander Scharff / IG Metall

Es sind insgesamt 1150 Schicksale! So viele Angehörige hängen insgesamt an den Einkommen der rund 250 Beschäftigten am Nordhäuser Eaton-Standort. Das hat jetzt die Gewerkschaft IG Metall anhand einer Umfrage unter den Beschäftigten des Automobilzulieferers errechnet. Auf einer außerordentlichen Betriebsversammlung hielten die Beschäftigten nun in einer bildgewaltigen Aktion Schilder mit der Anzahl der Menschen hoch, die von ihrem Einkommen leben.

„Wir haben mit vielen. Jeder hat eine persönliche Geschichte. Zukunftsängste und Enttäuschung prägen das Bild in der Belegschaft.“, sagt Alexander Scharff von der Industriegewerkschaft. „Der Konzern teilt uns seit Jahren mit, man würde hier defizitär arbeiten. Wie passt das zur glaubhaften Aussage des Oberbürgermeisters Kai Buchmann, dass es sich bei Eaton um einen guten Gewerbesteuerzahler handelt?“

Die IG Metall kritisiert, dass das Unternehmen es verpasst habe, rentable Produkte her zu holen. Nicht einmal eine Anfrage zu einer Sanierungsvereinbarung habe es gegenüber den Arbeitnehmervertretern gegeben. Staatliche Hilfeleistungen seien laut Gewerkschaft ebenfalls nicht beantragt worden. Man habe lediglich Kurzarbeitergeld ausgenutzt.

„Das grenzt an Vorsatz. Diesem Konzern geht es nur um Profit und nicht um Lösungen. Das nehmen wir nicht unwidersprochen hin und denken über die Verhandlungen eines Sozialtarifvertrages nach, der uns die Möglichkeiten für weitere Arbeitskampfmaßnahmen eröffnet“, so Scharff. Betriebsrat und IG Metall seien seit Mittwoch in eine strategische Planung mit der Belegschaft eingestiegen. Hierfür kamen rund 200 Beschäftigte zu einer Versammlung zusammen.

Derweil standen die Maschinen in der Bochumer Straße still. „Wir wollten die Vorbereitungen für die Verhandlungen mit der Geschäftsleitung mit den Beschäftigten besprechen und deren Meinungen und Fragen hören. Wir sind mehr als verärgert, dass die Abwicklung unserer Arbeitsplätze in einem so kurzen Zeitraum stattfinden soll. Dennoch werden wir gemeinsam als Betriebsrat und Gewerkschaft alles für die Beschäftigten tun was in unserer Macht steht.“, sagt der Betriebsratsvorsitzende Karsten Hahn.

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