51 Personen im Südharz mit Corona-Virus infiziert

Nordhausen.  Landkreis Nordhausen erlässt neue Allgemeinverfügung, die am Montag in Kraft tritt. Weitere Masken sind in Aussicht.

Landrat Matthias Jendricke (SPD) kündigt die Lieferung von weiteren 100.000 Mundschutzmasken an..

Landrat Matthias Jendricke (SPD) kündigt die Lieferung von weiteren 100.000 Mundschutzmasken an..

Foto: Marco Kneise

Am Wochenende erreichten das Gesundheitsamt des Landkreises Nordhausen insgesamt sechs weitere Bestätigungen einer Corona-Infektion. Damit liegt die Fallzahl im Landkreis jetzt bei insgesamt 51 nachgewiesenen Infektionen. Dies teilte Landkreissprecherin Jessica Piper am Sonntag mit. Das Gesundheitsamt hat auch am Wochenende die Kontaktpersonen der Erkrankten ermittelt, die nun vorsorglich in häuslicher Quarantäne sind, um weitere Ansteckungen zu vermeiden. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog

Zudem hat der Landkreis Nordhausen auf Basis der neuen Rechtsverordnung, die das Land Thüringen am Samstagabend veröffentlicht hat, seine Allgemeinverfügung aktualisiert. „Wegen der angekündigten weiteren Lockerungen im Hinblick auf die letzte Aprilwoche ist die Allgemeinverfügung zunächst gültig bis zum 26. April“, sagte Piper. Der Landkreis hat jedoch bereits angekündigt, danach eine neue Verfügung zu erlassen.

So gilt weiterhin, dass beim Einkaufen im Einzelhandel sowie bei der Nutzung von Bussen, Straßenbahnen, Taxen und dem Schienenverkehr der Harzer Schmalspurbahnen ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden muss. Anerkannt wird dabei nach wie vor jeder Schutz, der Mund und Nase gleichzeitig bedeckt und verringert, dass sich beim Husten, Niesen oder Sprechen übertragungsfähige Tröpfchenpartikel ausbreiten. Dafür sind auch selbstgeschneiderte Masken, Schals, Tücher, Schlauchtücher oder ähnliches ausreichend. Ausgenommen von dieser Regelung sind Kinder bis zum Alter von zwölf Jahren sowie offensichtlich beeinträchtigte Personen.

Kunden an der Tankstelle und in der Bank ohne Schutz

Auch den Arbeitsbereich einschließlich der dienstlichen Nutzung von Fahrzeugen hat der Landkreis nicht gesondert geregelt. „Hier haben die Arbeitgeber den Gesundheitsschutz im Rahmen ihrer Obliegenheitspflicht eigenständig zu regeln“, erklärt die Sprecherin. Kunden beim Außerhaus- oder Straßenverkauf, Banken und Sparkassen, in Reinigungen, Tankstellen, Kfz-Handel und Werkstätten müssen keinen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Das Bundesland Sachsen führt ab kommender Woche eine Pflicht zum Mund-Nasen-Schutz ein, Mecklenburg-Vorpommern folgt eine Woche später. „Unter Wissenschaftlern gilt ein Mund-Nasen-Schutz als wirkungsvoll, um die weitere Ausbreitung der Corona-Pandemie einzudämmen, und auch in Asien hat sich der Mund-Nasen-Schutz als wirksamste Methode gezeigt, um die Pandemie in den Griff zu bekommen“, erläutert Landrat Matthias Jendricke (SPD) sein Vorgehen.

Apotheken sollten ab Dienstag genügend Masken haben

Die Mitarbeiter des Katastrophenschutzes des Landkreis Nordhausen holen am Montag in Süddeutschland eine weitere Lieferung von über 100.000 Masken ab, die per Luftfracht dort ankommt. „Am Montagnachmittag werden dann die Apotheken im Landkreis Nordhausen erneut beliefert, so dass dann ab Dienstag wieder in allen Apotheken Mund-Nasen-Masken erhältlich sein werden“, berichtet Piper. Damit sollten ausreichend Masken für die nächsten Tage vorhanden sein.

Auch die Stadt Nordhausen hat auf die neue Landesverfügung reagiert. Die Allgemeinverfügung über das Verbot von Erdaushubarbeiten im Umkreis von 1000 Metern um das Südharz-Klinikum Nordhausen vom 26. März wird deshalb bis zum 3. Mai verlängert. Das teilte Stadtsprecher Lutz Fischer am Sonntag mit. Der vollständige Text, einschließlich Begründung und Lageplan, kann auf der Homepage der Stadt Nordhausen unter www.nordhausen.de eingesehen werden.

Auf der Homepage des Landratsamtes www.landratsamt-nordhausen.de ist die neue Allgemeinverfügung abgedruckt.