6000. navigierte Knie-Operation in Bleicherode

Bleicherode.  Die Helios-Klinik nutzt Verfahren angesichts langlebigerer Implantate und mehr Erhalt des Knochens.

Ralf Myler ist der 6000. Patient in Bleicherode, der hier mit einem computergesteuerten Navigationssystem ein Gelenkimplantat bekam. Blumen gab’s von Oberärztin Dr. Jana Aleska Baumbach.

Ralf Myler ist der 6000. Patient in Bleicherode, der hier mit einem computergesteuerten Navigationssystem ein Gelenkimplantat bekam. Blumen gab’s von Oberärztin Dr. Jana Aleska Baumbach.

Foto: Janine Skara

Freitag, der 13. November war für Ralf Myler kein schwarzer Freitag. Dem Trebraer wurde nach über einem Jahr mit starken Schmerzen ein künstliches Knie eingesetzt. Direkt danach teilte ihm Oberärztin Dr. Jana Aleska Baumbach mit, dass er der 6000. Patient in der Fachklinik ist, dem eine Knieendoprothese mittels computergesteuertem Navigationssystem implantiert wurde. „Ich war sowieso erleichtert, dass es vorbei war. Aber der 6000. Patient zu sein, war ein netter Bonus“, schmunzelt der 58-Jährige.

Die computergesteuerte Navigation hilft bei der exakten Implantation von Knie-Totalendoprothesen – mit dem Effekt, dass sich diese weniger schnell lockern. Die Tragachse des Beins, auf deren Lage die Ausrichtung einer Knieprothese basiert, wird vom Computer anhand von während der Operation erfasster Daten des Beines errechnet. Die Daten werden mithilfe eines optischen Systems, bestehend aus einer Infrarotkamera und auf Sendern befestigten reflektierenden Markerkugeln im dreidimensionalen Raum, ermittelt.

Zudem ermöglicht das Verfahren Bandspannung und Kapselspannung in den Knochenschnitten zu berücksichtigen. „Auf diese Weise lassen sich Implantatbett und Implantatposition genau berechnen, sodass mehr Knochen erhalten werden kann als in einer konventionellen Operation“, erklärt Dr. Jana Aleska Baumbach.

Sie betont, dass der Computer die Arbeit des Operateurs nicht übernimmt. „Eine optimale Operation kann nur unter einem vernünftigen Verständnis der Kniemechanik durchgeführt werden.“ Zudem muss der Operateur während des Eingriffs die vom Computer gelieferten Werte analysieren und umsetzen können.

Bereits wenige Tage nach der Operation läuft Ralf Myler wieder über die Flure und freut sich auf die nächste Jagd – sein großes Hobby. In dieser Hinsicht muss ihn seine Ärztin jedoch zügeln. Zunächst wartet eine Anschlussheilbehandlung auf ihn.